”Sabine
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Infos zu den oben stehenden Plug-Ins siehe Impressum Punkt 6.
Atem schenkt Entspannung und Energie

Im Alltag atmen wir in der Regel immer sehr flach. Meist nur im Bereich der Schlüsselbeine. Je mehr Stress wir haben, desto kurzatmiger werden wir. Und da Atemfrequenz und Herzschlag korrespondieren, schlägt dann unser Herz auch viel schneller.

Durch den flachen Atem wird die Lunge gar nicht mehr richtig belüftet und die Organe erhalten nicht genug Sauerstoff.

Auch für unseren Stoffwechsel ist der frische Atem in der Lunge extrem wichtig. Wenn die Lunge viel frischen Sauerstoff erhält, kann sie auch viel in das Blut abgeben. Das Blut wird basisch und Stoffwechselprozesse wie entgiften und entschlacken kommen besser in Gang.

Mache eine kurze Pause und atme

Besonders wenn du sehr gestresst bist, dich energielos fühlst, vielleicht auch extrem schlechte Laune hast, dann mach mal kurz eine Pause. Öffne das Fenster oder setzte dich ins Freie. Schließe die Augen und atme. Ganz tief und bewusst.

Volle Yoga-Atmung

Im Yoga lernen Anfänger als erstes die volle Yoga-Atmung. Diese Atmung begleitet uns später durch alle Yoga-Übungen.

Bei der vollen Yoga-Atmung atmen wir in 4 Ebenen: in den Bauch, die Flanken, den Rücken und die Schlüsselbeine. Erst getrennt und dann in einem Atemzug verbunden.

Mach doch einfach mal mit! Mit diesem kleinen Video:

Volle Yoga-Atmung mit Sabine Schwarz

 

Hast du tief geatmet? Wie ging es dir dabei?? Erzähle uns deine Erfahrung!

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Yogiere dich fit und gelassen

Yogiere dich fit und gelassen

 

Und endlich ist mein Yogaposter zum 5-jährigen Jubiläum fertig!!

Ich finde, das Poster ist wirklich sehr schön geworden! Vielen Dank an Sandra Ramirez von Sandra Ramirez (www.sandra-ramirez.de) für die tollen Fotos und Sandra Schwarz (www.intingo.de) für die wunderbare Gestaltung!

Seit fünf Jahren biete ich Yogakurse in Anzing an, mittlerweile sind ALLE 6 Kurse komplett ausgebucht und ich darf 4 EinzelschülerInnen betreuen. Auch nach 5 Jahre hüpft mein Herz bei jeder Yogastunde.

Ich habe in den letzten 5 Jahren wunderbare Menschen kennengelernt. Sie regelmäßig in den Kursen zu sehen, ist für mich ein großes Geschenk! Und nun möchte ich meinen Yoga-Schülern ein Geschenk zum Jubiläum machen: dieses Plakat!

Mit diesem Poster kann sich jeder Yogi seine individuelle Yoga-Einheit gestalten. Die Übungen sind nach Bereichen (Atem, Sonnengruß, Schulter, Rücken, Bauch, Becken, Beine, Entspannung) geordnet. So lässt sich jeder Körperbereich während der Yoga-Sequenz wunderbar bearbeiten.

Und wenn Du dies gerade liest und keine Yogakure von mir besuchen kannst, dieses Poster aber gerne zum Üben haben möchtest, so kannst du es natürlich bei mir kaufen für den sensationellen Einführungspreis von 9,90 € zuzüglich Versandkosten (bis zum 31.10.14, danach kostet es 12,90 € zuzüglich Versandkosten).

Herzliche Grüße

Sabine

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Als ich heute Morgen vor der Yogastunde auf meinen Mondkalender sah, sprang mir der Neumond entgegen (ich habe diesen wunderbaren Mondkalender, bei dem das ganze Blatt so eingefärbt ist, wie gerade die Mondphase (Lutzis Mondkalender)). Und als Bemerkung für die Gesundheit steht: Fastentag einlegen! OK – dann faste und entgifte ich doch heute mal wieder so richtig. Das ist nach dem doch sehr Essen betonten Wochenende gar nicht schlecht.

Man sagt ja, dass man bei abnehmendem Mond und vor allem bei Neumond deutlich leichter fasten und viel schneller entgiften kann. Und der Neumond, an dem der Mond ja für einige Stunden vollständig verschwindet, ist ja so etwas wie ein Neubeginn. Ein Neubeginn für eine Ernährungsumstellung oder eines neuen Projekts.

Meine Ernährung habe ich ja schon in den vergangenen Monaten umgestellt, aber warum nicht auch mal wieder 1 Tag so richtig fasten. Wenn ich das bei jedem Neumond mache, komme ich schon auf 12 Fastentage im Jahr! Das ist doch mal gar nicht schlecht.

Wie immer hatte ich vor meinem Yogakurs noch nichts gegessen und während meines Yoga-Kurses gab es nur grünen Tee. Nach meinem Kurs überlegte ich dann gleich meine heutige Fastenstrategie.

Ganz klar war mir, dass der Schwerpunkt meines Tages grüne Smoothies ein sollten.

Zum Glück hatte ich noch etwas frischen Spinat, einen kleinen Radicchio und Feldsalat im Kühlschrank. Schnell waren im Garten noch einige frische Löwenzahn-Blätter gerupft und etwas Zitronenmelisse geerntet. Als grüne Zutat rundete eine Avocado das Ganze noch ab.

Als Obst warf ich einen Apfel und kleines Stück Wassermelone in den Mixer. Dann verfeinerte ich meinen Smoothie noch mit einer Handvoll Mandeln und Cashew-Kernen, eingeweichten Chia-Samen, etwas Chlorella, Spirullina- und Maca-Pulver und einem Esslöffel Leinöl. 1 min mit meinem Hochgweschwindigkeits-Mixer (Vitamix) gemixt und fertig war ein wunderbar cremiger und leckerer Smoothie. Den Smoothie kann man dann in leere Glasflaschen füllen (Milchflaschen sind wegen der großen Öffnung sehr gut). Im Kühlschrank hält der Smoothie dann ca. 3 Tage.

Diesen trinke ich nun immer, wenn ich mal Hungergefühle bekomme.

Bei einer solchen “Kurz-Fasten-Kur” ist natürlich auch das Trinken enorm wichtig um die ganzen Giftstoffe aus dem Körper zu transportieren!

Ich plane heute mind. 4 Liter zu trinken:

1 l grünen Tee

1 l Entschlackungstee (bestehend aus Löwenzahnwurzel, Löwenzahnblättern, Pfefferminzblätter, Brennesselblätter und Birkenblättern – alles in gleichen Teilen vom Apotheker gemischt)

1 l reines Wasser mit 1 Tropfen des YoungLiving-Öls Zitrone (spaltet petrochemische Gifte (nehmen wir täglich über Plastik auf) auf )

1 l reines Wasser mit 1 Tropfen des YoungLiving-Öls Pfefferminze (verbessert die Verdauung und transportiert die freigewordenen Gifte aus dem Körper heraus) – Alternativ kann man auch Lavendel nehmen.

Die Öle von YoungLiving sind meine absoluten Lieblings-Öle. Sie sind absolut rein und helfen mir meinen Körper und meine Seele auszubalancieren.

Um 16:00 Uhr hatte ich dann einen totalen Rappel und hatte Heißhunger ohne Ende. Ich hatte schon Wasser auf dem Herd, in dem ich mir Reisnudeln kochen wollte um diese dann mit Koriander-Pesto zu essen. Immerhin entgiftet Koriander ja auch sehr stark :-) . Aber nein, so hatte ich das eigentlich nicht geplant… Ich nahm das fast kochende Wasser vom Herd, trank 2 Gläser Smoothie und dann war der Heißhunger auch schon wieder weg…

Und zu meinem Entgiften mache ich in heute in 3 Kursen alle Yogaübungen mit und Yoga entgiftet ja bekanntlicherweise auch sehr stark.

Ich bin mal gespannt, wie es mir heute Abend oder Morgen geht. Sicherlich wie neu geboren :-)

 

Herzlichst eure Sabine

 

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Sabine Schwarz im Drehsitz

Liebe blog-Leser,

sehr lange ist es her, dass ich am PC saß und den letzten Artikel geschrieben habe. Unser 1. Sommer im neuen Haus und Garten bot so viele schöne Momente, dass ich darüber das Schreiben des blogs komplett vergaß.

Nun aber gibt es sie wieder, diese kuscheligen Momente auf meinem Lieblingsplatz vor dem Kaminofen… und nun ist sie wieder da die Lust zum Schreiben und meine Erfahrungen zu teilen.

Zuerst einmal möchte ich mich bei den vielen Menschen bedanken, die einen Kommentar hinterlassen, mir Emails geschrieben oder mich direkt angerufen haben. Es war toll, mich mit euch allen auszutauschen. Es ist für mich etwas ganz besonderes zu hören, dass ich mit meinem blog Mut machen konnte und Begleitung sein durfte auf einem ähnlichen Weg!

Gerade in den letzten Wochen wurde ich natürlich immer wieder gefragt, wie es mir jetzt geht. Als Kommentar habe ich darüber schon kurz geschrieben, möchte es aber natürlich noch mal in meinem blog mit Allen teilen:

Nach genau 9 Monaten ist mein Knie topfit und ich vergesse sehr häufig, dass ich überhaupt mal ein Problem mit dem Knie hatte. Ich kann mittlerweile ALLES komplett schmerzfrei machen: komplett strecken und beugen, alle Yoga-Übungen inkl. Fersensitz und Lotus-Sitz, Nordic-Walking (1 Stunde und mehr), bergab wandern, Joggen (habe ich allerdings erst kurze Strecken versucht), Trampolin springen, tanzen, etc. Es ist ein tolles Gefühl und ich bin unendlich dankbar dafür.

Und ich bin auch ein bisschen sehr stolz, dass ich meinen Weg so konsequent und erfolgreich gegangen bin. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie häufig ich von Menschen “angefeindet” wurde, die überhaupt kein Verständnis dafür hatten, dass ich mich nicht operieren lassen wollte und die mich permanent zu einer OP als das “einzig wahre” Heilmittel überreden wollten. Heute sind diese Stimmen sehr sehr leise geworden und ich hoffe, dass ich diese Menschen mit meiner Geschichte ein klein wenig zum Überdenken ihrer extremen Meinung bringen konnte!

Gerade bin ich dabei mich auf mein erstes Skifahren vorzubereiten, was in den nächsten Wochen stattfinden soll. Das OK von meinem Orthopäden und Physiotherapeuten habe ich, da mein Knie mittlerweile genügend Kraft und eine fast 100 %-tige Stabilität hat. Sowohl mein Physiotherapeut als auch mein Orthopäde sind extrem begeistert, von meiner sehr schnellen Gesundung!! Der Orthopäde erklärt meine fast 100 %-tige Stabilität mit einer guten Vernarbung, die scheinbar die Kreuzbandfunktion übernommen haben (er sagt, dies passiert bei ca. 15 % aller Kreuzband-Patienten – er weiß aber nichts von Mohamed Khalifa :-) – beim nächsten Termin werde ich es ihm aber mal erzählen…), mein Physiotherapeut glaubt an die Methode von Mohamed Khalifa und fühlt sich in seiner Arbeit, die ähnlich ausgerichtet ist vollkommen bestätigt.

Meine Gewebe-Verklebungen, die mich monatelang mürbe gemacht haben und meinen Genesungs-Prozess für meine Begriffe etwas verlangsamt haben, habe ich mit Globuli, sehr viel Ultraschall, manueller (sehr schmerzhafter) Therapie meines Physiotherapeuten, viel Visionierungs- und Energiearbeit und viel viel Training (vor allem Fahrradfahren) dann plötzlich super in den Griff bekommen.

Immer wieder habe ich mir visioniert, wie ich beim Yoga mein Gesäß wieder vollständig auf die Fersen ablegen kann und dann am 7. Juli – fast 6 Monate nach meinem Unfall, während eines 3-tägigen-Yoga-Workshops bei Christiane Wolff – war es soweit. Mein Gesäß berührte erstmalig meine Ferse!! Mir rutschte ein kleiner Jubelschrei raus und Christiane sah mich ganz verwirrt an :-) . Ich war unendlich glücklich und spätestens in diesem Moment war ich mir ganz sicher, dass ich mit meinem Knie wieder alles werde machen können!!

Seit 3 Wochen habe ich mein Training durch meine viele Arbeit sehr vernachlässigt. Ich kam in den letzten 2 Wochen gerade mal auf 1 x pro Woche Yoga… :-( … Und trotzdem läuft mein Knie noch sehr rund und bereitet null Probleme. Auch diese Erkenntnis ist toll. Das heißt, dass ich auch trainingsmäßig wieder ein ganz normales Leben (aber kein faules!!) leben kann.

Nun aber noch mal zu meinem Vorhaben bald wieder auf den Skiern zu stehen. Körperlich wird es sicherlich keine so ganz große Sache, aber kopfmäßig muss ich noch ganz schön arbeiten. Zwar träume ich sehr regelmäßig, dass ich wieder Ski fahre und dass es sehr gut klappt, aber schon beim Erzählen, dass ich bald wieder Ski fahren werde, bekomme ich Herzklopfen.

Und auch mein persönlicher Skitrainer zeigt mir meine Grenzen auf. Heute Morgen sollte ich versuchen an einer Treppenstufe auf und ab zu springen – mit beiden Füßen und dann sehr schnell rechts – links. Runterspringen ist kein Thema, aber hoch springen ging nur mit festhalten. Es war unglaublich, welche Streiche mir mein Kopf gespielt hat. Ich hatte wirklich Angst hoch zu springen. Und auch bei den wechselseitigen, schnellen Steps versagte meine Koordination. Langsam ging es gut, aber schnell ging gar nicht. Es war frustrierend… Aber nun weiß ich wenigstens, wie ich weiter trainieren kann – danke an meinen Helmut!!

Nachdem ich monatelang auf Krücken gelaufen oder gehumpelt bin, hatte ich mir einen fürchterlich falschen und ungesunden Gang angewöhnt. Meine Fehlstellungen bearbeite ich mit Kursen in der Fußschule München und mit meinem Physiotherapeuten. Ich musste wieder richtig “neu laufen” lernen!! Alleine kann man das kaum bewältigen. So langsam wird es wieder besser und runder, trotzdem habe ich “Nachfolge-Wehwechen”. Seit einigen Wochen habe ich totale Schmerzen in meiner linken Schulter. Der Orthopäde sagt, ich habe eine Entzündung an einer Sehne, mein Physiotherapeut sagt, dass sich Muskeln und Sehnen verkürzt haben. Nun mache ich also wieder Physiotherapie (die Krankenkasse wird sich freuen…), nehme Globulin, visioniere, bekomme es aber noch nicht so wirklich in den Griff, aber ich bin sicher, das wird schon bald wieder.

Einem letzten Thema möchte ich mich noch widmen, auf das ich immer wieder angesprochen wurde: Arthroserisiko bei Kreuzbandriss ohne OP:

Das Thema Arthrose habe ich natürlich auch mit meinem Orthopäden besprochen und habe erfahren, dass man dieses Thema sehr differenziert sehen sollte: Zuerst einmal bin ich natürlich sicher, dass mein Kreuzband durch die Behandlung bei Mohamed Khalifa wieder nachgewachsen ist. Das ist meine Erklärung für meine fast wieder 100 %-tige Stabilität des Knies. Und diese hohe Stabilität minimiert das Arthrose-Risiko natürlich deutlich! Zum anderen ist Arthrose auch immer abhängig vom Gewicht. Ich wiege 48 kg, da ist das Risiko lt. Aussage meines Orthopäden eh ausgesprochen gering. Dann spielt lt. seiner Aussage noch der Fitness-Grad vor dem Unfall eine Rolle und auch der war bei mir ja extrem gut und ist es auch wieder.

Mein Arzt hat eine Langzeitstudie zum Thema “Kreuzbandriss und Arthrose nach OP und ohne OP” durchgeführt (zu finden unter: www.markus-kessler.de), die ganz klar beweist, dass nicht Operierte nach 11 Jahren auch nicht mehr Arthrose haben, als Operierte.

Und dann hilft es auch ungemein das Arthrose-Risiko zu minimieren, wenn man konsequent an seiner Haltung (Füße, Knie, Hüfte, etc.) arbeitet. Dazu belege ich immer wieder Kurse bei der Fußschule München und arbeite regelmäßig mit meinem Physiotherapeuten.

Na ja und ich glaube natürlich auch an die Macht meiner Gedanken. So wie ich mein Knie wieder in Rekordzeit hinbekommen habe, so visioniere ich mir auch gesunde und bewegliche Knie bis an mein Lebensende  :-)

Lasse ich die letzten 9 Monate noch einmal Revue passieren, dann bin ich glücklich und dankbar, dass alles so gut gelaufen ist, ich danke Herrn Khalifa für seine heilenden Hände (den Schmerz habe ich zum Glück in der Tat verdrängt), Herrn Dr. Kessler für seinen Optimismus und meinem Physiotherapeuten Bernhard Weber für sein grenzenloses Engagement!! Und dennoch haben mich die letzten Monate ungeheuer viel Energie und vor allem Zeit gekostet! Aber das Ergebnis zählt und ich bin happy, wieder so fit wie heute zu sein!!

Und heute genieße ich es auch einfach mal keine Übungen zu machen und auch mal kein Yoga zu machen… das tut einfach mal sehr sehr gut!! Und endlich kann ich mich auch wieder anderen Dingen widmen, die mir so wichtig sind!!

In diesem Sinne – geht konsequent euren Weg, seid diszipliniert und bleibt immer neugierig.

Herzlichst eure

Sabine

 

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Liebe blog-Leser,

 

nun möchte ich aber doch endlich mal über meinen Besuch bei Mohamed Khalifa schreiben, das hatte ich ja schon sehr lange versprochen.

Bereits am 1. Tag nach meinem Ski-Unfall, erfuhr ich nach dem MRT, dass ich das vordere Kreuzband und das Innenband des linken Knie gerissen hatte, mein Schienbein angebrochen war und der Innenminiskus lädiert war, dazu noch Knorpelabsplitterungen zu sehen waren. Ganz klar war mir (sogar im Moment des Unfalls) dass ich keine Operation wollte, sondern es auf die konservative Art therapieren wollte.

Sofort begann ich im Internet zu recherchieren, was meine Möglichkeiten bei einer solch großen Verletzung sind. Sehr schnell fand ich in meinem Yoga-Netzwerk die Empfehlung den Manual-Therapeuten Mohamed Khalifa zu konsultieren. Beim Lesen der Informationen auf seiner Homepage: Mohamed Khalifa wusste ich sofort, dass ich das Abenteuer Khalifa wagen wollte.

Bereits einige Tage später rief ich Herrn Khalifa in Hallein an und sprach mit ihm über einen Termin. Er bat mich, in sehr gebrochenem Deutsch, ihm zuerst den MRT-Bericht zu faxen und dann noch einmal anzurufen. Ich organisierte den Bericht und legte ihn auf das Faxgerät. Am nächsten Tag rief ich ihn wieder an. Wir vereinbarten einen Termin für den 9. Februar 2012, also 3 1/2 Wochen nach meinem Unfall.

In der Zwischenzeit begann ich, nach einer Woche vollkommener Ruhe, mit Krankengymnastik bei einem großen Physiotherapie-Unternehmen im Nachbarort. Die Minuten dort (6 x Krankengymnastik) brachten jedoch nicht wirklich etwas… Gut taten mir jedoch meine Yoga-Einheiten, die ich im letzten blog beschrieben habe. Mein Orthopäde erlaubte mir bereits in der 2. Woche zuhause ohne Schiene, nur mit Krücken zu laufen. Wenn ich unterwegs war, war jedoch Schiene und Krücken angesagt.

Am 9.2.12 fuhren mein Freund und ich dann endlich ganz früh nach Hallein. Ich hatte große Erwartungen an den Besuch bei Khalifa und freute mich auf den Termin, obwohl ich schon einige Berichte im Internet gelesen hatte, bei denen die Patienten von großen Schmerzen berichtet hatten. Bereits um 9:30 Uhr waren wir in Hallein, obwohl der Termin erst um 11:00 Uhr stattfinden sollte. Aber zu spät kommen war für Herrn Khalifa ein Grund den Patienten nicht zu behandeln… Wir vertrieben uns also die Zeit mit einem Frühstück in einem kleinen Café, in dem noch geraucht werden durfte. Es war grauenhaft. Ich weiß nicht, ob die Aufregung oder der Rauchgeruch die Ursache dafür waren, dass mir der Appetit vergangen war – ich konnte jedenfalls nichts essen.

Dann um kurz vor 11 Uhr standen wir vor der Eingangstür zu der Praxis von Khalifa. Ich klingelte und nach kurzer Zeit ertönte das Summen zum Öffnen der Tür. Das Treppenhaus war sehr schlicht und alt und wir mussten über eine schmale Treppe in den ersten Stock gehen. Oh wie ich Treppen in dieser Zeit hasste…

In der Praxis angekommen gingen wir gleich ins Wartezimmer, da niemand an der Info saß. Wenige Minuten später kam Mohamed Khalifa aus seinem Behandlungszimmer und bat mich noch ein wenig zu warten (witzig, aber ICH musste pünktlich sein…). Helmut verabschiedete sich, er wollte sich Hallein ein wenig anschauen und dann in einem Café auf mich warten. Ich saß nun also alleine in dem Wartezimmer und nahm den starken Geruch wahr. Es roch merkwürdig, aber aus meiner Recherche wusste ich, dass es nach der Khalifa-Salbe roch, die er für die Behandlung nutzt. Der Geruch erinnerte mich ein wenig an die dicken, bunten Kaugummis (Bubble Gum) aus meiner Kindheit.

So gegen 11:30 Uhr dann verabschiedete sich Khalifa von einer Patientin und bat mich in sein Behandlungszimmer. Ich schaute die Patientin genau an, ob sie so aussah, als ob sie gelitten hätte, denn überall liest man ja, dass die Behandlung sehr schmerzhaft war. Aber sie sah ganz normal und fröhlich aus, also ging ich mutig in sein Behandlungszimmer.

Geredet wurde nicht viel. Herr Khalifa bat mich, die Schiene abzunehmen, die Hose auszuziehen und mich auf die Behandlungsliege zu legen. Dann begann er mich mit seine Salbe zu bearbeiten. Er drückte, massierte, strich aus… Was in den nächsten 90 Minuten passierte, kann und möchte ich gar nicht in Worte fassen… Es sei nur soviel gesagt: es war saumäßig schmerzhaft – ehrlich gesagt, hatte ich glaube ich noch nie solche Schmerzen erlebt. Zusammenreißen, meditieren  oder den Schmerz wegatmen, wie ich mir das vorgenommen hatte, funktionierte überhaupt nicht. Irgendwann weinte ich nur noch und bei manchen Bewegungen ließ ich meinem Schmerz durch einen Schrei freien Lauf. Ich stellte mir immer vor, dass man bei einer Geburt solche Schmerzen haben muss, aber da hat man als Entschädigung danach wenigstens ein Kind im Arm… Ich hatte nichts, nur Schmerzen…

[Vor einigen Wochen rief mich Ira an, die sich einen Monat nach mir das Kreuzband gerissen hatte, meinen blog gelesen hatte, auch bei Mohamed Khalifa war und mit mir über unsere Erfahrungen reden wollte. Bei Ira waren viel mehr Wochen nach dem Unfall vergangen, bevor sie den Termin bei Khalifa hatte und dennoch sagte sie mir, dass sie auch so große Schmerzen gehabt hat. Und sie hatte lustigerweise mehrere Geburten erlebt und sagte, dass die weniger schmerzhaft gewesen wäre, als das, was sie bei Khalifa erlebt hätte... Danke Ira für das schöne Telefonat, auch weil ich jetzt weiß, dass ich doch nicht das Mimöschen bin, für das ich mich für einige Zeit nach dem Termin gehalten habe :-) Lass uns mal wieder Erfahrungen austauschen!]

Auch wenn es die Hölle gewesein ist, glaubte ich während der Behandlung – und glaube ich auch noch heute – dass es gut und richtig war, was er da tat!! Sonst hätte ich ihm während der Behandlung sicher irgendwohin getreten und wäre gegangen.

Warum die Mehtode von Khalifa funktioniert, könnt ihr in den Büchern über ihn lesen:

Buch Khalifa “Heilen statt Reparieren”

Aber auch Herr Fröhlich gibt auf seiner Homepage eine sehr gute, kurze Eräuterung über das Phänomen, das durch die Quantenphysik zu erklären ist:

Praxis Froehlich Ansbach

Nach seiner Behandlung war ich nicht mehr fähig zu reden. Er ließ mich einige Übungen machen und dann in schnellem Schritt durch den Raum laufen – erstaunlich: vor der Behandlung konnte ich gar nicht ohne Krücken oder Schiene auftreten und nun lief ich durch den Raum…

Dann erläuterte er mir kurz die Anwendungen während des Heilungsprozesses: 2 Wochen nächtliche Quark-Wickel + 2 x pro Tag 10 Minuten das Knie mit der Khalifa-Gelenk-Creme massieren, dann 4 Wochen 3 x pro Tag die Creme einmassieren. Und dann das Ganze noch mal von Vorne, also insgesamt 12 Wochen. Während dieser Zeit viel Fahrrad fahren und Übungen machen (z.B.  auf dem Tisch sitzen und mit den Beinen schlenkern und dann mit dem verletzten Bein so fest hochschlagen, als ob ich jemanden wegtreten wollte). Dann kassierte er das Geld und schickte mich ins Wartezimmer. Die Schiene sollte ich von nun an nicht mehr tragen. Und es ging, ich lief nun mit der Schiene und den Krücken in der Hand ins Wartezimmer.

Mein Freund Helmut war noch nicht da, zum Glück – ich weiß nicht, was er gemacht hätte, hätte er mich so schreien gehört…

Im Wartezimmer angekommen traf ich einen anderen Patienten, der die Praxis betrat, als ich noch auf meinen Termin wartete und mir mit einem wissenden Lächeln “na dann viel Spaß” wünschte. Er schaute mich an, lächelte mitfühlend und ging dann ins Behandlungszimmer. Völlig verpeilt warf ich ihm ein genuscheltes “jetzt weiß ich, was sie vorhin meinten” entgegen und war froh, dass ich dann alleine im Wartezimmer war. Ich versuchte Helmut telefonisch zu erreichen, ich brauchte ihn jetzt so dringend, ich wollte nur in den Arm genommen werden und losheulen… Verdammt und nun erreichte ich ihn nicht. In meiner Verwirrtheit überlegte ich, ob er schon nach Hause gefahren ist, oder ob ihm was passiert wäre… später stellte sich dann raus, dass ich seine Handy-Nr. ohne deutsche Vorwahl gewählt hatte und wahrscheinlich irgendeine österreichische Nummer angewählt hatte. Ich schrieb eine SMS, die er dann zum Glück erhalten hat, da ich diese lustigerweise mit Vorwahl sendete…

Als er dann endlich vor mir stand, war ich schon etwas gefasster, ich musste nicht mehr losheulen, konnte aber auch noch nicht so richtig über das Geschehene reden. Helmut sagt, dass ich noch zwei Tag nach dem Termin komplett traumatisiert gewesen wäre… Erst eine Woche später konnte ich erzählen, was Khalifa genau gemacht hatte.

Manch einer, der das jetzt gelesen hat, fragt sich sicherlich, ob diese Quälerei wirklich notwendig gewesen ist… ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Experten sagen, dass ich (abgesehen von meiner zeitweiligen Bindegewebeverklebung) schon sehr fit für die Zeit und die schwere des Unfalls bin und dass mein Knie bereits fast so stabil ist, wie das Rechte. Aber wirklich sicher, dass die Quälerei etwas gebracht hat, kann ich erst in einem Jahr sein, wenn ich ein Kontroll-MRT gemacht habe, das dann vielleicht ein vorderes Kreuzband zeigt, dass ja angeblich nicht mehr zusammenwachsen kann… Wir werden sehen…

Und trotzdem ja, ich würde es immer wieder so machen. Zum Glück vergisst der Mensch Schmerzen sehr sehr schnell (und das ist auch gut so, sonst würden die wenigsten Frauen mehr als ein Kind bekommen…).

Heute nach 5 Monaten gibt es doch tatsächlich immer häufiger Momente, in denen ich komplett vergesse, dass ich ein verletztes Knie habe. Mittlerweile springe ich wieder leicht Trampolin und kann eigentlich alles wieder problemlos und schmerzlos machen. Und ich werde auch immer mutiger, was die Belastung meines Knies betrifft. Mein Physiotherapeut sagt, dass nur noch ein letztes Quentchen Streckung und Beugung fehlt und dass ich nun nur noch 1 x pro Woche zur Physiotherapie gehen muss. Er sagt, er hätte am Anfang nie gedacht, dass ich doch so schnell wieder fit wäre.

Auch die meisten Skeptiker, die es nicht verstanden haben, dass ich mich nicht operieren lassen wollte, sind nun sehr überrascht und haben zum Teil ihre Einstellung zur konservativen Heilung etwas geändert.

Nur wenn ich einen Tag gar keine Übungen mache, also weder Fahrrad fahre noch Yoga mache, motzt mein Knie etwas und ich habe ein komisches Gefühl im Knie. Aber wie sagt mein Physiotherapeut so schön, das heilt jetzt alles die Zeit!!!

Ich bin glücklich und dankbar, dass ich konsequent meinen Weg gegangen bin und durch Heilung belohnt wurde. Aber ganz ehrlich… ich habe nie etwas anderes geglaubt!!!

Ich grüße euch ganz herzlich, mit einem fast heilen Knie.

 

Eure Sabine

 

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Ich beschäftige mich gerade sehr viel mit Buddhismus, lese Bücher, höre Podcasts von Menschen, die als buddhistische Mönche ihr Seelenheil gefunden haben und versuche mich in Vipassana, der buddhistischen Achtsamkeits-Meditation. Jedoch frage ich mich immer wieder, wie ich den Buddhismus mit meiner Yoga-Praxis und -Ausrichtung verbinden kann. Nun habe ich in einem sehr interessanten Artikeln eine Antwort gefunden (ob es auch “meine” Antwort ist, muss ich für mich noch klären :-) )

 

Artikel >Yoga-Aktuell-Online

 

Herzliche Grüße

Sabine

 

 

 

 

 

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Liebe blog-Leser!

 

Mittlerweile liegt mein Skiunfall nun schon fast 7 Wochen zurück.

Ich bin erstaunt, wie lange mich dieser Unfall begleitet. Ich dachte, ich wäre nach spätestens 6 Wochen wieder fit… weit gefehlt. Noch immer kann ich mein Knie nicht ganz strecken und nur knapp unter 90 ° beugen. Wenn ich laufe, sieht es immer noch so aus, als ob ich ein Holzbein hätte und nach jedem längeren Sitzen ist mein Knie wieder sehr steif. Täglich mache ich meine Übungen um wieder mobiler zu werden. Aber es geht soooo langsam. Manchmal könnte ich echt verzweifeln und meine Geduld wird täglich aufs Neue auf die Probe gestellt!!

Zum Glück habe ich neben meinen Übungen, die mir der Physiotherapeut immer wieder als Hausaufgaben mitgibt mein geliebtes Yoga. Mein Yoga hilft mir, wenn ich mal wieder total gefrustet über den langsamen Heilungs-Verlauf bin und hilft mir gelassen und vertrauensvoll zu bleiben oder wieder zu werden. Ich bin unendlich glücklich und dankbar, dass ich innerhalb solch kurzer Zeit wieder so fit bin, dass ich zumindest Yoga machen kann.

Bereits 3 Tage nach dem Unfall habe ich mit Yoga begonnen und nach 4 Wochen schaffte ich schon wieder den Sonnengruß (wenn auch sehr langsam und achtsam) und  ALLE Übungen der Rishikesh-Reihe!!! Und von Tag zu Tag werden Sonnengruß und die Asanas flüssiger und sicherer.

Angefangen habe ich so schnell wieder mit Yoga, weil es mir einfach sehr fehlte und um etwas gegen die sehr schmerzhaften Rückenschmerzen zu tun, die sich durch das viele Liegen auf dem Rücken (vor allem nachts war es für mich die Hölle, dass ich die ersten 2 Wochen nur auf dem Rücken schlafen konnte…), die Krücken und die komplette Fehlhaltung entwickelt haben und immer wieder entwickeln.

Auf meiner Relax-Liege an meinem Lieblingsplatz sitzend begann ich, wie gesagt am 3. Tag nach meinem Unfall,  mit meinen Atemübungen. Kapalabhati und Anuloma Viloma. Dann begab ich mich ganz unsicher und vorsichtig neben meine Liege auf eine Yogamatte. Die Schiene, die ich anfangs tragen musste, zog ich aus um flexibler zu sein. Ich hatte noch nicht so wirklich eine Idee, wie ich wieder hoch auf meine Liege und zu meinen Krücken kommen sollte, aber irgendwie würde es schon klappen.

Auf der Yogamatte begann ich mit dem Schulterstand. Es tat so gut, die Beine nach oben zu richten. Vor allem bei meinem doch noch sehr geschwollenen, kranken Knie spürte ich, wie entlastend diese Stellung war. Mutig versuchte ich sogar in den Flug zu gehen. Mein Rücken brauchte einfach mal wirkliche Dehnung. Ganz erstaunt war ich, dass es tatsächlich funktionierte. Mein linkes Bein hing zwar angewinkelt in der Luft, aber das rechte bekam ich gut zum Boden.

Danach folgte der Fisch, ebenfalls problemlos mit einem Bein durchzuführen. Langsam über die Seite kam ich wieder zum Sitzen und konnte die Kopf-Knie-Stellung durchführen. Das war eine sehr gute Übung für mein Knie, das ich einfach nicht durchstrecken konnte.

Ganz vorsichtig kam ich nach der Übung auf den Bauch für die Rückenübungen Kobra und Heuschrecke. Es klappte!! Hier war jedoch Vorsicht und große Achtsamkeit angesagt, da jede zu schnelle und unüberlegte Bewegung zu großen Schmerzen führte.

Wieder sitzend führte ich den Drehsitz durch. Bei der Drehung nach rechts musste ich natürlich das kranke Bein gestreckt lassen. Die Drehung nach links gelang mir jedoch für meine Verhältnisse perfekt. Natürlich konnte ich das linke Bein nicht sehr stark anwinkeln, es reichte jedoch um eine gute Drehung hinzubekommen.

Bogen, Krähe und die stehenden Übungen konnte ich natürlich noch nicht machen, aber ich war wirklich sehr überrascht und glücklich, dass ich kurz nach dem Unfall überhaupt so viele Übungen schaffte.

Als Abschluss legte ich ein Kissen unter mein verletztes Knie und machte eine schöne Endentspannung.

So glücklich, entspannt und motiviert ging es dann ganz leicht, mich mit den Armen wieder auf die Liege hochzudrücken! Innerlich jubelte ich und hatte so ein gutes Gefühl und tiefstes Vertrauen, dass alles wieder gut würde und ich irgendwann – wie geplant – auch ohne OP wieder vollkommen hergestellt sein würde!!!

Und ich hatte ja noch meinen Wunderheiler Mohamed Khalifa vor mir, der mich auch wieder ein Stück nach Vorne bringen sollte!

Diese Geschichte und wie es mit dem Knie weiter ging, erzähle ich euch dann im nächsten blog.

Ich wünsche euch eine wundervolle, glückliche und gesunde Zeit.

Es grüßt euch herzlich

Eure Sabine

 

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Liebe blog-Leser,

Tag 2 meiner 21-Tage Herausforderung – ich sitze in meinem Lieblingseck, arbeite meine To-do-Liste ab, schaue hin und wieder in das Feuer im Kaminofen und höre den Regen auf das Dach des Wintergartens prasseln. Bin ich froh, dass ich ein Dach über dem Kopf habe und meine berufliche Tätigkeit im geschützen Raum ausführen kann! Im Haus ist es sehr ruhig, meine Jungs sind unterwegs. Die Stille wird nur von den ruhigen Klängen der Entspannungs-Musik unterbrochen.

Mein Blick fällt immer wieder auf die Bücher, die neben mir liegen: “Jeden Augenblick genießen” von Tich Nhat Hanh; “Gelassen wie ein Buddha – Meditationen und Achtsamkeitsübungen” von Ilona Daiker und “Im Alltag Ruhe finden” von Jon Kabat-Zinn, Bücher, die von Achtsamkeit handeln. Dadurch wird meine Aufmerksamkeit immer wieder auf das Thema Achtsamkeit gelenkt und ich halte einige Momente inne und versuche den Moment ganz genau zu erfassen. In der Ruhe und fast heiligen Stimmung gelingt das mir heute ganz gut.

Mein Ziel für heute, was das Thema Achtsamkeit betrifft, ist es, den ganzen Tag immer wieder achtsame Momente zu gestalten. Das ist in einem so ruhigen Alltag wie heute relativ leicht, da mich nichts wirklich ablenkt (außer der Waschmaschine, die immer wieder gefüllt werden möchte). Zum Üben ist das genau die richtige Atmosphäre.

[...]

Der Tag ist zu Ende. Ich schaue gedanklich zurück und bin stolz auf mich, dass ich immer wieder bewusst innegehalten habe und Achtsamkeit geübt habe. Beim bewusstes Schuhe anziehen, beim gehen achtete ich auf jede Bewegung meiner Zehen und Füße, beim Kiwi schneiden habe ich genau gespürt, wie das Messer die Schale entfernte, beim Zähneputzen habe ich bewusst jeden Zahn gesäubert, beim Essen habe ich wirklich versucht immer wieder bewusst zu Kauen und das Essen nicht einfach runter zu schlingen.

Besonders fiel es mir bei meiner Yoga-Einheit auf, wie meine Gedanken abschweifen. Als ich den Sonnengruß machte, ging das völlig mechanisch, wie ferngesteuert. Ich war mir gar nicht mehr bewusst über meine Bewegungen und meine Empfindungen dabei. Also versuchte ich mich immer wieder zu sammeln und jede Bewegung ganz bewusst zu machen. Damit hatte mein Yoga eine ganz andere Qualität, aber… war auch deutlich anstrengender, weil ich mich ständig wieder sammeln musste um die Konzentration aufrecht zu halten.

Mein Fazit des Tages: Es ist unglaublich schwer immer wieder inne zu halten und achtsam zu sein. Aber sobald man sich mit dem Thema mal intensiv beschäftigt, werden die Momente immer häufiger, in denen man sich besinnt auf das Hier und Jetzt. Das ist dann ein sehr erfülldendes Gefühl!

Wie geht es dir mit deiner Achtsamkeit?

Viele Grüße

Sabine

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Liebe blog-Leser,

am vergangenen Freitag haben wir uns den Film “Der atmende Gott” von Jan Schmidt-Garre angeschaut.

Ein sehr faszinierender, informativer und tief gehender Film für Yogainteressierte.

Jan Schmidt-Garre ist auf der Suche nach dem Ursprung und der Essenz von Yoga. In 1 1/2 Stunden lässt er bekannte Yoga-Lehrer sprechen: BKS Iyengar, Pattabhi, Jois, den jüngsten Sohn von Krishnamacharya und zeigt auch alte Filmsequenzen von Krishnamacharya. Und er zeigt das Leben in meinem geliebten Indien.

Auch wenn ich aus einer anderen Yoga-Ecke komme, war es für mich hochinteressant zu sehen und hören, was die Vertreter der Yoga-Weisheit von Krishnamacharya lehren.

 

Meine Erkenntnisse für mich und meine Yoga-Praxis (ups, da fällt mir ein, dass ich heute noch kein Yoga gemacht habe… :-) ) sind:

 

  • Yoga ist die Verbindung von Atem und Bewegung, sonst wäre es nur Gymnastik
  • Für die tiefere Wirkung der Asanas ist es auch gut die Übungen lange zu halten (Iyengar schlägt 30 Minuten vor, etwas weniger tut es sicherlich auch :-) )
  • Täglich üben, üben, üben, auch mal anspruchsvollere Asanas
  • Im Yogaunterricht muss Raum sein für die Individualität der Schüler und ihre körperlichen Fähigkeiten
  • Hilfsmittel (Blöcke, Gurte, Decken, etc.) sind für viele Praktizierende eine gute Möglichkeit die Asanas korrekter auszuführen
  • Yoga nicht (nur) nach Schema F üben: Das tägliche Praktizieren von Yoga sollte immer aus dem Gefühl heraus gestaltet werden, was mir heute gut tut, was meiner körperlichen und seelischen Fassung entspricht. Lass dich bei der Auswahl der täglichen Asanas von deiner Intution leiten
  • Ich habe neue Übungen gesehen, die ich natürlich gleich versucht habe nachzumachen (Fisch im Lotussitz, die gedrehte Kopf-Knie-Stellung, eine leichtere Variation von Marichyasana
  • Ich habe endlich den Unterschied zwischen Ashtanga-Yoga, Iyengar-Yoga und Vini-Yoga verstanden. Und ich habe wieder einmal begriffen, dass alles einen Ursprung hat und jeder Yoga-Lehrer mit einem “neuen” Namen nur seinen individuellen Stempel aufgedrückt hat
  • Und ich habe festgestellt, wie wichtig es ist, mal wieder über den Tellerrand zu schauen und offen für Anderes und Neues zu sein.

Wahrscheinlich fallen mir mit der Zeit noch weitere Dinge ein, die für mich und meine Praxis wichtig sind, ich spüre nämlich, wie der Film in mir arbeitet. Auch recherchiere ich immer wieder im Internet und erhalte so über den Film hinausgehende Informationen, die mich sehr inspirieren.

Aber nun gehts auf die Matte, denn wie sagte Swami Sivananda immer:

Ein Gramm Praxis wiegt mehr als viele Tonnen Theorie!!

Swami Sivananda

 

In diesem Sinne, frohes Praktizieren und noch einen schönen Sonntag.

Eure Sabine

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Liebe blog-Leser,

lange habe ich mich nun nicht gemeldet, obwohl ich doch schon seit 3 Wochen wieder im Lande bin.

Erstmalig nach einer Reise, konnte ich über das Erlebte nicht so ausführlich reden, wie das normalerweise der Fall ist… Zum Einen hatte ich mir eine Lungenentzündung aus dem Urlaub mitgebracht und zum Anderen hat mich die letzte Reise – vor allem die Zeit in Tibet – so tief beeindruckt, dass ich die Eindrücke und Erlebnisse erst mal selbst für mich ordnen und bearbeiten musste.

Die Reise war so atemberaubend, dass sie mir buchstäblich den Atem geraubt hat. Bereits am letzten Tag vor unserer Heimreise begann meine Atemnot in Delhi. Ich lag die ganze Nacht wach, da ich keine Luft bekam, sobald ich mich in die Horizontale begab. Dieser nächtliche Zustand begleitete mich dann auch in Deutschland eine weitere Woche. Es war grauenhaft – schlaflose Nächte und Müdigkeit am Tag. Ich hatte schon Angst abends ins Bett zu gehen, hatte Angst vor dem Gefühl keine Luft zu bekommen und zu ersticken… Zu ersticken muss wohl der schreckliste Zustand sein, den man sich vorstellen kann. Zumindest den ICH mir vorstellen kann.

Unser Hausarzt diagnostizierte dann eine leichte Lungenentzündung… Er verschrieb mir sämtliche Hämmer, die man sich für diesen Zustand vorstellen kann. Ich nahm nichts davon und setzte mich mit unserer Heilpraktikerin in Verbindung. Zum Glück schaffte sie es dann mit Globuli, mich langsam zu stabilisieren.

Fast zwei Wochen nach der Reise hatte ich noch das Gefühl, dass mein Körper zwar wieder in Anzing ist (wenn auch nicht völlig in Ordnung), meine Seele aber immer noch zwischen Indien, Nepal und Tibet umherschwirrte.

Auch wenn ich so langsam nachts wieder schlafen konnte, kam (und kommt) die Atemnot immer mal wieder zurück. Gemeinsam mit unserer Heilpraktikerin sind wir immer noch auf der Suche, herauszubekommen, was genau mir “den Atem verschlagen” hat.

Fast jede Nacht träume ich von Indien, Nepal oder Tibet. Vielleicht bekomme ich ja nun Klarheit, wenn ich nun doch mal alles aufschreibe:

Geendet habe ich mit meinem letzten Bericht in Shigatse, in diesem grauenhaften Hotel mit Namen Everest Friendship Hotel. Nicht erwähnt habe ich jedoch die wunderbare Fahrt von Lhasa über Gyantse nach Shigatse. Hinter jeder Kurve offenbarte sich erneut eine faszinierende, atemberaubende Naturkulisse. Wir überquerten mehrere Pässe und machten zum ersten Mal Erfahrungen mit Höhenlagen von 5.200 und 5.300 Metern. Zum Teil wirkt alles so surreal, dass man glauben könnte zu träumen.

 

 

Überall auf den Pässen (aber auch in Klöstern, Stupas, etc.) findet man die Tibetischen Gebetsfahnen in den Farben blau, weiß, rot, grün und gelb. Jede Gebetsfahne ist mit buddhistischen Motiven, Texten und Mantras bedruckt und steht für die 5 Elemente (Luft, Erde, Feuer, Wasser und Raum) und die Himmelsrichtungen. Durch den Wind sollen diese Gebete in die Welt getragen werden. Mit der Zeit lösen sich die Gebetsfahnen auf, das ist aber auch gewünscht, damit der Segen in die 5 Elemente übergehen kann.

 

 

Ich habe noch nie solche Farben gesehen, wie in Tibet – unglaublich. Durch die  klare und reine Luft wirken die Farben  noch viel intensiver, ohne Dunst, ohne Einschränkung strahlen sie unvergleichlich in die Natur.

In Shigatse verbrachten wir zwei Nächte auf 3.900 Metern in diesem – wie gesagt – fürchterlich dreckigen Hotel in Shigatse. Durch unsere Reisen sind wir ja vieles gewohnt und auch wirklich nicht sonderlich anspruchsvoll. Ganz selten übernachten wir in Hotels, in der Regel geben wir uns mit einfachen, aber in der Regel sauberen, Guesthouses zufrieden. Aber was da Everest Friendship Hotel uns präsentierte war einfach unglaublich.

Der Teppichboden des Zimmers war noch nie gesaugt und war übersäht mit schwarzen Haaren, aus denen man locker eine Perücke hätte knüpfen können. Das Bett war nicht frisch überzogen und wies noch die Spuren diverser Vorschläfer auf. Erst auf unsere Bitte (was nicht einfach war, da das Personal kein Wort englisch sprach und wir erst einen Übersetzer auf der Straße suchen mussten) bekamen wir neue Bettwäsche (sicherheitshalber ging ich in die Wäschekammer mit um zu schauen, ob wirklich alles sauber war). Als wir aber die Matratze darunter sahen, kam ein leichtes Ekel-Gefühl hoch und wir beschlossen trotz sauberer Bettwäsche unsere eigenen Bettlaken und Schlafsäcke zu nutzen.

Die Toilettenspülung ging die meiste Zeit nicht und warmes Wasser kam nur, nachdem man das Wasser ca. 20 Minuten laufen lies und auch dann nur in einem kleinen Strahl. Zum Glück hatten wir einen Wasserkocher und genügend Mineralwasser. Mit diesem angewärmten Wasser wuschen wir Körper und auch die Haare, da an Duschen gar nicht zu denken war. Da auch in diesem Zimmer keine Heizung war, ging die Temperatur im Laufe der Nacht auf gefühlte 10 °C runter. Damit unsere Schlafanzüge für die Nacht nicht zu kalt war, erwärmten wir sie mit einer Wärmflasche in unseren Schlafsäcken. Erst als die Wäsche angewärmt war, zogen wir uns um.

Als wir am nächsten Tag mit Hilfe unseres tibetischen Guides versuchten mit den Mitarbeitern über die Sauberkeit in den Räumen zu sprechen, ernteten wir nur totales Unverständnis. Scheinbar haben die Tibeter eine komplett andere Vorstellung von Service und Sauberkeit.

Das mit der Sauberkeit – oder eher fehlenden Sauberkeit – begegnete uns auch immer wieder in Restaurants. Die aufgelegten Plastiktischdecken wurden scheinbar nie gewischt und zeigten alle Essensreste der vorigen Gäste. Und da kann bei den Tibetern eine ganze Menge zusammenkommen, da bei ihren Essensgewohnheiten mehr auf den Tisch fällt, als im Mund landet. Dabei könnten die Restaurants soo gemütlich sein, mit dem vielen tibetischen Schnickschnack und den kleinen Teppichen auf den Bänken:

 

Am ersten Tag und zweiten Tag waren wir ganz mutig, was das Essen anging. Auf dem vorletzten Bild gab es Yak-Fleisch für Helmut und typisch tibetisches Gemüse und  Suppe für mich. Auf dem untersten Bild versuchte ich sogar einmal das Nationalgericht: Tsampa und Buttertee (Tsampa ist ein gemahlenes Getreide, das mit Butter, Milch oder Yoghurt zu einem Teig geknetet wird und mit Buttertee gemischt, zu einer sehr nahrhaften und sättigenden Mahlzeit wird). In den Thermoskannen wird am Tisch immer Buttertee und Milchtee bereit gestellt. Tsampa und Buttertee versuchte ich jedoch nur einmal. Tage später war es mir noch so schlecht, dass ich ab diesem Zeitpunkt nur noch Ingwerwasser und Fried Rice bestellte. Und wir aßen französische Brioche, chinesische Mini-Törtchen und Snickers. Diese Ernährung war wohl nicht ganz gesund, aber unser immer größer werdendes Ekelgefühl erlaubte nichts anderes mehr…

Wir hingen also in dem nicht ganz so schönen Hotel in Shigatse, bereits am ersten Abend waren wir frustriert und demotiviert. Wir saßen mit Mütze und unseren Wärmflaschen in unseren Schlafsäcken, sahen die Bilder des Tages an und überlegten ernsthaft, was wir tun sollten. Eigentlich wollten wir am liebsten die Tour canceln und schnellstmöglich zurück nach Kathmandu kommen. Aber auf der anderen Seite wollten wir Tibet nicht verlassen, ohne den Mount Everest und das Base-Camp gesehen zu haben. Aber noch zwei Nächte auf 4.300 Meter Höhe und dann noch eine Nacht in der Nähe des Base Camp auf 5.300 Meter zu verbringen, konnten wir uns nun gar nicht vorstellen. Klar war, dass es immer kälter werden würde, je höher wir kommen. Meine Erkältung war eh schon relativ heftig und ich hatte Angst, dass es noch schlimmer würde und ich dann mit verstopfter Nase noch weniger Luft bekommen würde.

Wir beschlossen die Tour um einen Tag zu kürzen. Wir wollten nicht am Base-Camp übernachten, sondern von Old Tingri frühmorgens zum Base Camp fahren und dann am gleichen Tag weiter bis zur Grenze nach Nepal. Der Grenzort lag dann nur noch auf 2.300 Meter, so dass wir deutliche Entlastung spüren würden und endlich mal wieder gut schlafen könnten.

Mit dieser Entscheidung ging es uns nun viel besser und wir machten uns einen gemütlichen Abend bei Kerzenlicht, Törtchen und Räucherstäbchen.

Mein tägliches Yogaprogramm musste ich in Shigatse aufs Bett verlegen, da ich meine Yogamatte nicht auf den dreckigen Fußboden legen wollte. Aber auch das ging wunderbar. Ich machte einfach alle liegenden und sitzenden Übungen, praktizierte mein tägliches Pranayama, mein Entspannungs-Yoga-Nidra und fand sogar noch die Zeit zu meditieren.

Ich hatte noch nie so ein großes Bedürfnis zu Entspannen und zu meditieren. Die Spiritualität in Tibet steckte mich einfach an. Und ich spürte, wie ich täglich gelassener und ruhiger wurde, trotz der doch sehr extremem Rahmenbedingungen.

Die Tage waren angehem warm und sonnig. Das Hihglight in Shigatse ist das Tashilhunpo Kloster, eines der größten Klöster Tibets und eines, das nicht von den Chinesen zerstört wurde. Dort findet man viele Häuser für die Mönche, diverse Gebetshallen, die Gräber vieler Dalai Lamas und Panchen Lamas. Außerdem befindet sich hier der größte Maitreya Buddha mit über 26 m. Es gibt verschiedene Buddhas – den Buddha der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft, den Buddha des langen Lebens, Buddha der Gesundheit usw. Maitreya ist der Buddha der Zukunft und gilt als der kommende Weltlehrer. Der Wortstamm Maitri bedeutet universale Liebe, Güte, Freundschaft oder Freundlichkeit. Mich hat dieser Buddha immer wieder fasziniert. Und das lässt doch wirklich hoffen, wenn der zukünftige Weltenlehrer noch mehr Liebe, Güte, Freundschaft und Freundlichkeit in die Welt bringt…

Maitreya Buddha im Tashilhunpo-Kloster, Shigatse, 26,2 m hoch

Maitreya Buddha im Drepung-Kloster, Lhasa

 

Da man in jedem Kloster im die selben Buddhas und Figuren findet, wird es irgendwann einmal sehr anstrengend. Die düsteren Gebetshallen und Götterzimmer sowie der allgegenwärtige Geruch der Butterlampen lullte uns zwar immer mehr in die Spiritualität des tibetischen Buddhismus, wurde uns jedoch im Laufe der Zeit einfach zuviel.

Als Opfergabe füllen die Pilger in Thermoskannen mitgebrachte Butter in die Butterlampen in den Klöstern.

 

Wir genossen es daher sehr, dass es am nächsten Tag weiter ging Richtung Old Tingri und Mount Everest und wir wieder viele Pässe und Natur pur genießen konnten.

 

Wir waren vollkommen überwältigt von der Schönheit aber auch der Kargheit des Landes. Und dann, nach einem sehr hohen Pass lag er endlich vor uns: der Mount Everest – ohne Worte!!

Bei dem Anblick des höchsten Berges der Welt waren dann alle Strapazen sehr schnell vergessen und die Aufregung, ihn am nächsten Tag aus nächster Nähe bewundern zu können stieg ins Unermessliche.

Angekommen in Old Tingri fuhr uns unser Fahrer Tensi in unser neues Nacht-Domizil. Dort traf uns jedoch fast der Schlag. Wir sind ja wirklich einfache Zimmer gewöhnt, aber das ging gar nicht. Ein Raum mit ca. 10 m², mit zwei Pritschen mit extrem dünnen Auflagen, einer kleinen Glühbirne von der Decke kommend, ohne WC, ohne Steckdose, ohne Wasser. Um die Toilette zu erreichen, musste man den Hof überqueren, zu einem Plumpsklo. Nicht vorstellbar, bei Temperaturen im Minusbereich, vor allem nachts… Und ohne Wärmflasche ins Bett zu gehen, war für uns bei der Kälte auch nicht mehr vorstellbar (ich frage mich immer, wie Herr Messmer oder alle anderen Bergsteiger das aushalten…).

Wir weigerten uns also hier zu übernachten und baten unseren Guide ein anderes Hotel anzufahren. In meinem Foto-Guide (wir durften unseren Tibet-Führer ja nicht nach Tibet mitnehmen. Die Chinesen konfiszieren alle alle Bücher die von Tibet handeln sofort. Zum Glück wussten wir das, fotografierten die wichtigsten Seiten und ließen das Buch in Nepal) hatte ich über das beste Hotel des Ortes gelesen und da wollten wir dann hin.

Und so sah das 1. Haus am Platz von Außen aus, die Blechtüren gingen zu den Zimmern:

Uns stockte der Atem…

Das Zimmer selbst sah dann aber sehr ordentlich und vor allem sauber aus.

Zum Glück gab es ein Bad und WC im Zimmer, aber leider ohne fließend Wasser. Dies wurde uns in großen Eimern frisch aus dem Brunnen geholt aufs Zimmer gestellt.

Und Strom hatten wir nur abends zwischen 20:00 Uhr und 23:00 Uhr… das reichte uns aber um die Kamera-Akkus wieder aufzuladen und uns mindestens 2 x eine Wärmflasche mit unserem Wasserkocher zu befüllen.

Der Blick war dann aber das Großartigste, was wir jemals in einem Hotel genießen konnten: wir schauten sogar aus unserem Fenster direkt auf den Mount Everest und den Mt. Cho Oyu, einem weiteren 8-Tausender.

Schnell merkten wir aber in diesem Hotel und in unserem Zimmer, dass es hier auf 4.300 m nachts noch kälter war. Meine Yogaübungen machte ich erstmalig in Skiunterwäsche, mit Mütze und Schal, da ich auch nach dem Sonnengruß nicht wirklich aufgewärmt war. Bei einer Innentemperatur von gefühlten 5 ° C war das aber kein Wunder…

Die Nacht war dann die kälteste Nacht in meinem Leben. Irgendwann war unsere Wärmflasche kalt, aber wir konnten uns keine neue mehr mit heißem Wasser füllen, da gegen 23 Uhr der Stromgenerator abgestellt wurde und es  keinen Strom mehr gab. Wir mummelten uns in unsere Schlafsäcke und verschlossen sie, dass nur noch die Augen und die Nase herausschaute. Erstaunlicherweise schlief ich sogar ganz gut, aber wachte dann leider auf, und spürte, dass es mir immer kälter wurde. Ich hatte wirklich Angst, da ich spürte, dass dies meiner Erkältung gar nicht gut tat. Ich begann zu beten. Ich betete die ganze Nacht, dass ich gesund werden würde und dass ich gut und heil wieder in Deutschland landen würde (ich bin heute sehr dankbar, dass meine Gebete erhört wurden und ich zumindest gut nach Deutschland gekommen bin und dort behandelt werden konnte).

Am nächsten Morgen ging es dann in aller Frühe Richtung Rongbuk Monastery und Mount Everest Base Camp. Es war noch dunkel, als wir starteten. Sehr dunkel – und damit meine ich nicht draußen. Da wir noch keinen Strom im Zimmer hatten, mussten wir uns mit Kerzen und Stirn-Taschenlampen behelfen und mussten natürlich sehr aufpassen, dass wir nichts in der Dunkelheit vergaßen.

Dann um 6:30 Uhr ging es endlich los. Schon bald verließen wir die gut ausgebaute Straße und fuhren auf einen Feldweg. Mir war vollkommen schleierhaft, wie unser Fahrer den Weg ohne Karte, ohne Navi in der Dunkelheit finden konnte. Denn da war weder Straße, noch erkennbarer Weg. Da war nur Schotter, ein Flußbett, einige Brücken über das Flussbett, Schotter, Schotter, Schotter… Aber Tensi fuhr sicher seinen Weg und man hatte das Gefühl, dass er wusste, was er tat. Ewig lange fuhren wir durch die Dunkelheit, die Natur konnten wir nur ahnen. Gegen 8:30 Uhr begann es endlich zu dämmern und langsam ging die Sonne hinter den Bergen auf.

Es war wunderschön, was sich uns Minute für Minute offenbarte: totale Wildnis, Mondlandschaft, schneebedeckte Berge, die mittlerweile alle um die 6.000 bis 8.000 Meter hoch waren, nahezu unberührte Natur.

Nach gut 3 Stunden und 80 km waren wir dann endlich angkommen. Vorbei am Ronbuk-Kloster ging es zum Mount Everest North Base Camp auf 5.545 m (es gibt noch ein Süd-Base-Camp in Nepal über das der Mount Everest über die Südseite bestiegen wird). Da der Mount Everest im Winter selten über die Nordseite bestiegen wird, war das Base-Camp leer und wirkte verloren und ausgestorben. Aber das war uns egal. Näher werden wir dem höchsten Berg der Welt wohl nie wieder kommen…

Gerne hätten wir diesen magischen Ort noch länger genossen, aber bei – 20 °C und einem sehr kalten Wind, zog es uns sehr bald wieder zum Auto. Es würde noch Stunden dauern, bis die Sonne hinter dem Berg hervorkam und das Base-Camp etwas wärmen würde.

Und leider hatten wir ja noch einen nicht zu unterschätzenden Weg vor uns, so dass ein langer Aufenthalt leider nicht möglich war. Ich sog die Atmosphäre so gut es ging in mich auf und konnte es kaum glauben, dass ich tatsächlich hier an einem der höchsten Punkte der Welt stand (ehrlich gesagt kann ich es auch heute noch nicht glauben, auch wenn ich die Bilder sehe…).

Mit dem Jeep ging es zurück zum Rongbuk-Kloster. Hier kam zum Glück schon die Sonne hin, so dass es zumindest in der Sonne einigermaßen zum Aushalten war. Auch wenn das Kloster extrem einfach und runtergekommen wirkt, so war der Blick von hier einer der schönsten, die ich jemals gesehen habe. Und die Ruhe… unglaublich. In diesen Höhen hört man noch nicht mal Vogelgezwitscher oder das Rauschen von Bäumen. Es ist absolut still, Ruhe pur!

 

Wenn ich die Bilder so anschaue, bekomme ich eine Gänsehaut und so langsam wird mir klar, was mir so den Atem verschlagen hat.

Noch am gleichen Tag ging es über den Friendship-Highway Richtung Grenze zu Nepal, vorbei an diversen kleinen tibetischen Örtchen, bizarren Brücken, Nomaden, schneebedeckten Bergen, zugefrorenen Flüssen, hohen Pässen, vorbei an einem weiteren 8-Tausender, dem Shishapangma.

Wir genossen diese Eindrücke noch mal sehr, freuten uns aber unglaublich, wieder in “normale” Verhältnisse zu kommen. Wir freuten uns auf die Wärme und vor allem auf das gute Essen in Kathmandu. Als erstes wollte ich unbedingt abends zu unserem Lieblings-Italiener und mal richtig lecker Nudeln essen.

Aber bis dahin lagen noch einige Kilometer, viele Stunden und grottenschlechte Straßen vor uns.

Die Nacht verbrachten wir in Zhangmu, einem Ort nahe der nepalesischen Grenze. Der Ort ist ein richtiger Grenzort, außer chaotischem Auto- und LKW-Verkehr hat der Ort nichts zu bieten. Vorbei war es mit der Ruhe, die wir in den letzten Tagen in der Hochebene genossen haben.  Aber das war uns egal, so langsam mussten wir uns ja an das Chaos gewöhnen, das uns in Kathmandu und einige Tage später in Delhi erwartete und außerdem war es warm und wir konnten auf 2.300 m wieder deutlich besser atmen.

Wir schliefen unglaublich gut und erfreuten uns an der Wärme im Zimmer, dem fließenden warmen Wasser und einer funktionierenden Toiletten-Spülung.

Am nächsten Tag galt es Abschied nehmen von Dockpa und Tensi unseren Reisebegleitern. Es waren wirklich nette Kerle, mit denen wir uns wirklich wohl gefühlt haben. Die Grenzkontrolle war eher unkompliziert und schon ging es über die Friendship-Brigde rüber nach Nepal. Auf der Brücke und dahinter herrschte ein totales Chaos. Wir hatten keine Ahnung, wie wir in diesem Gewusel unseren Freund Dorjee finden sollten, der uns abholen und nach Kathmandu bringen wollte.

Gott waren wir froh, als er dann plötzlich vor uns stand. Er begleitete uns durch die Immigration und los ging es Richtung Kathmandu. Etwas merkwürdig war für uns, dass wir plötzlich unsere Uhren um 2 1/4 Stunden zurückstellen mussten. In Tibet gilt die Chinesische Zeit und Nepal hat auch seine eigene Zeitzone.

Good bye Tibet and welcome in Nepal.

Wir schauten noch einmal zurück, zurück zu einem Land das uns ein so großes Abenteuer beschert hatte, das uns so an unsere Grenzen gebracht hat, das uns mit unglaublichen Gegensätzen etwas verwirrt hat und das uns Bilder/Eindrücke geschenkt hat, die wir wohl nie wieder vergessen werden. Unser erster Impuls war:

NIE WIEDER TIBET – jedenfalls nicht gleich…

Puh, nun ist es auf dem Blatt. Beim Schreiben kam es mir vor, als ob wir 6 Wochen in Tibet gewesen sind. Kaum zu glauben, dass es nur 8 Tage waren…

Ich hoffe, dass ihr durch meinen Schilderungen einen kleinen Eindruck von Tibet gewinnen konntet. Sollte jemand von euch ebenfalls Erfahrungen in Tibet gesammelt haben, würde ich mich über eine Nachricht, einen Kommentar sehr freuen.

Tibet lässt mich nicht los, es hat sich in mein Herz gebrannt. Ich lese gerade alles, was ich über dieses Land in die Hände bekomme und vielleicht werden wir ja doch noch mal nach Tibet fahren :-) We will see!!

In diesem Sinne grüße ich euch herzlich.

Eure Sabine

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