”Sabine
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Liebe blog-Leser,

am vergangenen Freitag haben wir uns den Film “Der atmende Gott” von Jan Schmidt-Garre angeschaut.

Ein sehr faszinierender, informativer und tief gehender Film für Yogainteressierte.

Jan Schmidt-Garre ist auf der Suche nach dem Ursprung und der Essenz von Yoga. In 1 1/2 Stunden lässt er bekannte Yoga-Lehrer sprechen: BKS Iyengar, Pattabhi, Jois, den jüngsten Sohn von Krishnamacharya und zeigt auch alte Filmsequenzen von Krishnamacharya. Und er zeigt das Leben in meinem geliebten Indien.

Auch wenn ich aus einer anderen Yoga-Ecke komme, war es für mich hochinteressant zu sehen und hören, was die Vertreter der Yoga-Weisheit von Krishnamacharya lehren.

 

Meine Erkenntnisse für mich und meine Yoga-Praxis (ups, da fällt mir ein, dass ich heute noch kein Yoga gemacht habe… :-) ) sind:

 

  • Yoga ist die Verbindung von Atem und Bewegung, sonst wäre es nur Gymnastik
  • Für die tiefere Wirkung der Asanas ist es auch gut die Übungen lange zu halten (Iyengar schlägt 30 Minuten vor, etwas weniger tut es sicherlich auch :-) )
  • Täglich üben, üben, üben, auch mal anspruchsvollere Asanas
  • Im Yogaunterricht muss Raum sein für die Individualität der Schüler und ihre körperlichen Fähigkeiten
  • Hilfsmittel (Blöcke, Gurte, Decken, etc.) sind für viele Praktizierende eine gute Möglichkeit die Asanas korrekter auszuführen
  • Yoga nicht (nur) nach Schema F üben: Das tägliche Praktizieren von Yoga sollte immer aus dem Gefühl heraus gestaltet werden, was mir heute gut tut, was meiner körperlichen und seelischen Fassung entspricht. Lass dich bei der Auswahl der täglichen Asanas von deiner Intution leiten
  • Ich habe neue Übungen gesehen, die ich natürlich gleich versucht habe nachzumachen (Fisch im Lotussitz, die gedrehte Kopf-Knie-Stellung, eine leichtere Variation von Marichyasana
  • Ich habe endlich den Unterschied zwischen Ashtanga-Yoga, Iyengar-Yoga und Vini-Yoga verstanden. Und ich habe wieder einmal begriffen, dass alles einen Ursprung hat und jeder Yoga-Lehrer mit einem “neuen” Namen nur seinen individuellen Stempel aufgedrückt hat
  • Und ich habe festgestellt, wie wichtig es ist, mal wieder über den Tellerrand zu schauen und offen für Anderes und Neues zu sein.

Wahrscheinlich fallen mir mit der Zeit noch weitere Dinge ein, die für mich und meine Praxis wichtig sind, ich spüre nämlich, wie der Film in mir arbeitet. Auch recherchiere ich immer wieder im Internet und erhalte so über den Film hinausgehende Informationen, die mich sehr inspirieren.

Aber nun gehts auf die Matte, denn wie sagte Swami Sivananda immer:

Ein Gramm Praxis wiegt mehr als viele Tonnen Theorie!!

Swami Sivananda

 

In diesem Sinne, frohes Praktizieren und noch einen schönen Sonntag.

Eure Sabine

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08. und 09. November 2011

 

Namasté aus Indien!

 

Wir sitzen im Flieger nach Kathmandu. Unsere Zeit in Indien ist vorerst vorbei. Schweren Herzens haben wir Abschied von unserem guten Freund Kamal und Agra genommen.

Den letzten Tag in Agra habe ich aber genutzt um noch einmal das Taj Mahal zu besuchen. Und endlich habe ich es geschafft das Taj Mahal bei Sonnenaufgang bewundern zu können. Früh um 6:15 Uhr brach ich auf und wanderte durch die staubigen Straßen Agras zum Taj Mahal. Obwohl es noch dämmrig war, begann das Leben in den Straßen zu erwachen; Fahrer für Taxiunternehmen wuschen ihre Autos, vor den Shops wurde der Staub von einer Seite zur anderen gekehrt und die Fahrrad-Rikshas waren auch schon unterwegs. Zu meinem Glück… Kamal sagte mir, dass ich ca. 15 min zu Fuß zum Taj Mahal benötigen würde. Es wäre nur 1 km zu laufen. Nach 15 Minuten sah ich allerdings ein Schild, dass es noch weitere 1,2 km zum Taj waren. Die Inder und ihre Untertreibungen…

Zum Glück sprach mich ein Riksha-Fahrer an. Er fuhr mich zuerst zum Ticket-Shop und dann zum Taj. Ich zahlte ihm 50 Rupies, was umgerechnet ca. 80 Cent sind und war froh, dass ich nicht noch später beim Taj ankam. Es hatte sich bereits eine sehr lange Schlange am East-Gate gebildet, die zum Glück aber sehr schnell abgefertigt wurde.

Und dann stand ich endlich wieder vor dem Gebäude, das ich so über alles liebe: dem Taj Mahal.

Und bei Sonnenaufgang sah das Gebäude noch schöner aus, als sonst. Wie sehr muss der Großmogul seine Frau geliebt haben, dass er ihr als letzte Ruhestätte ein solch perfektes Grabmal errichten ließ… und wie viele Menschen mussten sterben, die beim Bau des Taj halfen, damit sie keine Bau-Geheimnisse ausplauderten…

Wieder zurück im Guesthouse machten Kamal, ein Franzose und ich gemeinsam Yoga auf dem Dach des Guesthouses. Die Sonne knallte nun schon richtig heiß vom Himmel, so dass nicht nur die Übungen uns schwitzen ließen. Kamal ist ebenfalls Yogalehrer und ich wollte endlich mal Yoga bei einem indischen Lehrer praktizieren. Es war sehr interessant, viele Dinge machte er anders und inspirierte mich für meine eigene Praxis und für meine Yogakurse.

Auch er beginnt die Yogastunde mit Mantras, jedoch deutlich mehr als in unseren Yogastunden. Auch singt er das Gayatri-Mantra. Ein wunderschönes Mantra, das ich nun doch mal lernen möchte um es auch vor oder nach der Yogastunde singen zu können. Das Gayatri Mantra ist eines der wichtigsten Mantras für die Hindus. In dem Mantra wird die Sonne als sichtbarer Repräsentant des Höchsten gewürdigt. Man bittet in diesem Mantra um Erleuchtung und die höchste Wahrheit. Die Hindus singen dieses Mantra täglich mehrmals: bei Sonnenaufgang, am Mittag und bei Sonnenuntergang.

Dann begann Kamal mit den Aufwärmübungen. Vor allem machte er Übungen, die die Hüfte öffneten, damit man später beim Atmen besser im Schneidersitzt oder Lotus-Sitz sitzen konnte. Sehr sinnvoll, ich glaube, das werde ich mir auch mal angewöhnen.

Es ist immer wieder toll über den Dächern Indiens Yoga zu machen. Dieser Geruch, die Geräusche, die Wärme sind einzigartig und bescheren mir immer wieder eine Gänsehaut.

Um 14 Uhr wollten wir dann wieder mit einem Fahrer zurück nach Delhi fahren. Aus 14 Uhr wurde 15 Uhr, der Fahrer kam einfach nicht – das ist halt so in Indien. Wir haben ja Zeit. So konnten wir wenigstens noch einen Chai genießen und noch ein paar Worte mit Kamal wechseln. Was wären wir ohne Chai in Indien. Es ist einfach das leckerste Getränk. Leider schmeckt es jedoch nur in Indien, an Orten, die in Deutschland nach spätestens 1 Tag vom Gewerbeaufsichtsamt geschlossen würden.

Schon einige Male haben wir in Deutschland versucht Chai nachzumachen, aber wir waren immer enttäuscht, weil er anders schmeckte als in Indien. Aber ist das nicht immer so? Raki schmeckt nur in der Türkei, Uzo nur in Griechenland und Chai halt nur in Indien…

Hier unser Lieblings-Chai-Macher in Agra, ganz in der Nähe vom South Gate des Taj Mahal:

Leider brauchten wir nach Delhi wieder fast so lange, wie bei der Hinfahrt. 5 ½ Stunden quälten wir uns durch das ganze Chaos. Der Verkehr, die Fahrweise in Indien ist mit Worten gar nicht zu fassen. Man muss sich vorstellen, dass die indischen Highways vierspurig sind, dort jedoch alles fahren darf, was mind. 1 Rad hat: Autos, Motorräder, Tuk-Tuks, Fahrrad-Rikshas, Fahrräder, Ochsenkarren, Kamelkarren, LKW´s, Traktoren, halt alles, was fährt. Dazu kommen die wandernden Inder, die freilaufenden Hunde und Kühe und berittene Elefanten. Auf den Motorrädern sitzt man in der Regel mindestens zu Dritt, eine Familie sah ich, die zu Viert fuhr: auf dem Tank ein ca. 6 jähriger Junge, der Vater am Steuer, dann ein schlafendes Kleinkind und hinten die Mutter, die das schlafende Kind hielt, damit es nicht runterrutschte. Natürlich alles ohne Helm, oder mit einem Bauhelm. Unvorstellbar… Wir selbst fuhren mit Kamal auch einmal zu Dritt auf dem Motorrad… Komisch, in Indien haben wir viel mehr Vertrauen. In Deutschland wäre ich vor lauter Angst im Leben nicht auf solch ein Ding gestiegen. Die Tuk Tuks (Motorrikshas) sind meistens ebenso komplett überfüllt. Schon häufiger sahen wir Tuk-Tuks mit 15 Personen geladen…

Und jeder fährt in Indien wie er will, obwohl Linksverkehr ist, fährt man halt auf der rechten Seite, wenn´s gerade nicht anders geht. Bei uns hieße das Geisterfahrer, in Indien vollkommen normal. Jeder fährt intuitiv und weicht intuitiv aus. Mich wundert es, dass bei dem Fahrstil so wenig passiert…

Immer wieder fällt mir auf, wie ruhig wir in dem ganzen Chaos werden. Je größer das Chaos, desto mehr finden wir zu unserer inneren Ruhe. Zumindest hier in Indien. Das ist wahrscheinlich die einzige Möglichkeit das Chaos hier auszuhalten. Aber haben wir in Deutschland nicht noch mehr Chaos? Noch viel mehr Dinge strömen auf uns ein. Könnten wir in Deutschland nur ein bisschen mehr zu unserer inneren Ruhe finden, ginge es uns allen besser!! Die wahre Ruhe findet man einfach immer nur in sich selbst!!

Sehr müde und hungrig erreichten wir dann spät am Abend das Shanti Palace. Das Hotel ist der wahre Luxus im Vergleich zu den Guesthouses. Und ehrlich gesagt tut es zwischendurch mal sehr sehr gut ein sauberes Zimmer und ein sauberes Bett zu haben und eine Dusche, aus der das Wasser aus einem Duschkopf kommt. In den meisten Guesthouses duscht man mit einem Messbecher aus einem Eimer. In Agra hatten wir zwei Eimer, einen mit heißen und einen mit kaltem Wasser. Zum Duschen mischt man das Wasser. Und es ist klasse so zu duschen. Es ist immer wieder sensationell, wie wenig Wasser man so zum Duschen und Haare waschen braucht. Aber wie gesagt. Manchmal ist es auch toll wieder luxuriös duschen zu können J!!!

Wir schliefen traumhaft! Und wir freuen uns nun auf die Tage in Kathmandu.

Namasté und best wishes from Indial.

Eure Sabine

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06 + 07 .11.2011

Es ist immer wieder unglaublich… ich bin hier in Agra und laufe ständig mit etwas Gänsehaut rum und meine Seele hupft permanent. Ich bin immer am Grinsen und spüre das warme Gefühl in meinem Herzen. Ich frage mich immer wieder, warum ich hier in Indien so fühle, warum ich so glücklich bin. Denn eigentlich ist es hier verdammt dreckig, es ist heiß, unglaublich laut, hektisch und der Gestank wird nur hin und wieder von Räucherstäbchen überdeckt.

 

Und trotzdem spüre ich eine Ruhe und Gelassenheit in mir, die ich in anderswo selten empfinde.

Indien ist so ganz anders als Deutschland, als München und Anzing. Extremer geht es wohl gar nicht.

Bei dem Blick von meinem Lieblingscafé, dem Shanti Lodge wird dieser Gegensatz ganz deutlich.

Das Taj Mahal im Hintergrund (für mich schönste Gebäude der Welt) mit seiner unendlichen Pracht, einst das teuerste Gebäude, vorne die Dächer der Häuser, in denen die Menschen in großer Armut leben.

Für mich ist dieser Gegensatz hier, die Einfachheit, die Armut, der Dreck und das Chaos wichtig um mein eigenes Leben in Deutschland, im Luxus, in der Sauberkeit und mit der besten Organisation, wieder einmal zu reflektieren. Immer wenn ich dieses Extrem erlebe, weiß ich wieder, wie gut es uns geht, spüre ich noch mehr diese unendliche Dankbarkeit, dass ich in der Welt leben darf, in der ich lebe.

Ich spüre aber auch mal wieder, wie wenig ich hier brauche. Wenn kein heißes Wasser da ist, dann duschen wir halt kalt, wenn kein Licht da ist, bleiben wir im Dunkeln oder zünden eine Kerze an. Wenn die Kleidung schmutzig ist, dann reicht sie locker noch für einen weiteren Tag, denn mehr zum Anziehen ging einfach nicht in den Rucksack rein. Dieser Minimalismus hilft mir, auch Zuhause weniger zu brauchen, zu wollen und mit den Dingen zufrieden zu sein, die ich habe. Es ist eine Farce zu glauben, dass man glücklicher ist, wenn man mehr hat.

Und es ist immer wieder erstaunlich zu sehen, wie auch die ärmsten Menschen, auch die Bettler hier, strahlen können. Sie sind wahrscheinlich deutlich glücklicher und zufrieden, als die meisten Menschen in Deutschland… Ich glaube, jeder Mensch sollte öfter in seinem Leben in ein Land mit dieser Armut reisen, dann gäbe es sicherlich deutlich mehr glückliche Menschen in Deutschland.

Bereits auf dem kurzen Flug nach Delhi (6 ½) Stunden, durfte ich mich mit diesen Gegensätzen beschäftigen. Im Videokanal des Fliegers lief der Film „Sommer in Orange“, der von dem gleichen Regisseur gedreht wurde wie der Film „Wer früher stirbt ist länger tot“. Der Film handelt von Sannyassins (Anhänger von Baghwan in den 80er Jahren), die von Berlin in eine bayerische Gemeinde zogen und sich mit den bayerischen Traditionen konfrontiert sahen. Sie lebten ein ebenso extremes Leben, wie die Mitglieder der bayerischen Gemeinde. Als beide Extreme aufeinander trafen, krachte es erst einmal gewaltig. Die Botschaft war ganz klar: keines der Extreme war gut. Am Schluss, als sich beide Parteien entgegen kamen, beide Seiten sich öffneten für die Meinung und Lebensweise der anderen, konnten sie in Frieden und Harmonie zusammen leben. Ich denke, es gäbe weniger Streits, weniger Kriege, mehr Harmonie, wenn manche Menschen nicht nur Schwarz und Weiß, sondern auch Grau sehen würden. Grau ist nicht schlecht, Grau ist auch nicht mittelmäßig oder langweilig. Sondern Grau ist einfach die Kombination aus Schwarz und Weiß. Es ist die Schnittmenge, die Mitte zwischen beidem.

Dieses Prinzip, von den Extremen zur Mitte zu kommen, durfte ich auch schon während meiner Astrologie-Ausbildung lernen. Hier ging es immer um die auf einer Achse liegenden, sich gegenüberstehenden Sternzeichen auf der Radix (dem Horoskop). Zum Beispiel die Jungfrau gegenüber vom Fisch. Die Jungfrau steht für die Analyse, die Logik, das Ordentliche, etc. und der Fisch symbolisiert die Intuition, das Chaos, das Fließende, etc. Zu sehr die eine oder andere Seite zu leben ist ungesund. Das Ziel sollte es sein, dass man beide Qualitäten lernt zu integrieren damit man beide Qualitäten bei Bedarf zur Verfügung hat und anwenden kann. Zur Mitte kommen, zum Ausgleich kommen heißt es auch hier.

Diese Überlegungen helfen mir auch bei meinem eigenen inneren Konflikt, den ich immer wieder spüre. Ein Teil in mir sucht die absolute Spiritualität, das Loslassen, die Gelassenheit, der andere Tiel braucht das Bodenständige, das Analytische, die Kontrolle und den Perfektionismus.

Mir wird klar, dass ich nichts extrem leben muss oder möchte. Es ist die Kombination aus beidem. Der Mittelweg. Und ich weiß, dass mir manchmal mehr Gelassenheit gut tun würde, manchmal sollte ich meinen Perfektionsanspruch einfach mal zur Seite legen. Und manchmal sollte ich einfach mal drei gerade sein lassen und mehr Zeit für meine Spiritualität investieren. Dann bin ich sicherlich auch etwas erträglicher für manche Menschen in meinem Umfeld… Dann kommt die Gelassenheit und Zufriedenheit ganz von selbst. Ok, Lektion kapiert. Ich werde daran arbeiten!!

Obwohl ich gestern nach dem Nachtflug abends extrem müde war, schaffte ich es, meine Yoga-Einheit zu absolvieren. Gestern Abend auf dem Bett führte ich Pranayama (Kapalabhati und Anuloma Viloma) durch, machte einige Dehnübungen für den Rücken und Nacken und meditierte noch 5 Minuten. Nach der anstrengenden Reise (wir brauchten leider mit dem Auto von Delhi nach Agra genauso lange, wie mit dem Flieger von München nach Delhi…) tat mir Yoga so dermaßen gut. Danach war ich deutlich fitter, wach und erfrischt.

Heute rollte ich meine dünne Reiseyogamatte mitten im Treppenhaus mit Blick auf die Straße aus.

Mir war es wurscht, dass andere Gäste vorbeikamen. Ich machte den Sonnen- und Mondgruß, Kopfstand auf dem harten Boden und einige andere Asanas aus der Rishikesh-Reihe.

Es ist schon lustig, mittlerweile kann ich mir gar nicht mehr vorstellen, an einem Tag kein Yoga zu machen :-) .

So, da ich nun mal online bin, stelle ich meinen ersten Reisebericht schnell ins Netz rein. Wer weiß, wann ich das nächste mal Zeit und Netz habe.

Ich grüße euch alle herzlich aus Indien.

Eure Sabine

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… eine alte chinesische Weisheit, die Lothar Seiwert mal zu einem Buchtitel gemacht hat, um den Lesern den Vorteil der Entschleunigung und des Zeitmanagements näher zu bringen…

 

Liebe blog-Leser,

da bin ich wieder!!! Nach 43 Tagen Abwesenheit durch Umzug, Einzug, Abbauen, Putzen, Aufbauen, Umbauen, Einbauen, Ankommen, Kisten auspacken, neue Räume finden, Nägel in die Wände hauen, Handwerker betreuen und natürlich der täglichen Arbeit, nehme ich mir ENDLICH wieder die Zeit diesen blog weiterzuführen. So langsam beginne ich mich wirklich heimisch zu fühlen und komme an. Und damit habe ich endlich wieder die Muse nachzudenken und zu schreiben.

Es war extremst stressig die letzten Wochen und ich bin häufig an meine körperliche und energetische Grenze gestoßen. Es ist schon verrückt, was solch ein Umzug mit einem macht. Obwohl ich doch genau weiß (und das auch immer lehre…) wie wichtig Pausen sind, wie notwendig Entschleunigung ist, habe ich mich auch oft nicht daran gehalten. Mein “Leistungsdenken” und vor allem mein “Perfektionsanspruch”  und mein “innerer Kritiker” haben es mir oft nicht “erlaubt” mal 3 gerade sein zu lassen und einfach mal eine Pause zu machen. Ich war wie ferngesteuert… bis ich dann eines Nachmittags vor lauter Schwindel und Übelkeit nicht mehr stehen konnte… Dann erst begann ich nachzudenken. Und natürlich fiel mir dann genau dieser Satz: “Wenn du es eilig hast, gehe langsam” mehrmals, von ganz unterschiedlichen Seiten zu.

Warum begreifen wir das aber immer erst, wenn wir einen Schuss vor den Bug erhalten haben?

 

Dabei ist das Entschleunigen so wirkungsvoll. Und ich merke ja selbst, wie gut es mir tut, wenn ich in meinem (auch etwas selbstgemachtem) Stress  mal auf die Bremse trete und statt noch schneller und hektischer einfach mal langsamer werde. Alles geht viel einfacher, viel gelassener, viel freudvoller…

Dabei müsste ich es doch eigentlich wissen, das ist genau die Qualität, die wir in Indien so lieben. Shanti shanti – das bedeutet nicht nur Frieden, sondern auch “langsam, langsam, nur die Ruhe”. Kein Inder würde unsere Hektik verstehen, oder gar übernehmen. Das durfte ich die letzten Tage wieder erleben, bei der Visastelle hier in München… Und irgendwie ist durch diese Einstellung in Indien alles viel leichter. Dort warten wir halt mal 2 Stunden auf den Zug, auf den Fahrer und bleiben ruhig und gelassen – und nicht nur, weil wir im Urlaub sind, sondern weil hier die Uhren einfach anders ticken. Warum können wir nicht ein klein wenig übernehmen von dieser indischen Gelassenheit? Warum müssen wir immer noch mehr powern, noch schneller noch druckvoller arbeiten? Leben wir nicht alle etwas wie der Hamster im Hamsterrad, der immer nur rennt und rennt…

Nun ja, ich werde es mir immer wieder zu Herzen nehmen und öfter in mich hineinspüren, ob ich eine Pause oder Entspannung brauche und dann werde ich Entschleunigen!!!

Sicherlich wäre ich während dieser stressigen Zeit komplett zusammengeklappt, hätte ich nicht mein tägliches Yoga.

Ich bin stolz auf mich, ich habe 71 Tage am Stück täglich Yoga gemacht, ohne bisher einen Joker einzusetzen. Mittlerweile gehört Yoga so zu meinem Alltag, wie Essen und Trinken, es ist toll.

Ich spüre sehr viel Veränderung, seitens meiner Beweglichkeit, die deutlich besser geworden ist (mittlerweile komme ich sogar wieder in den  Spagat… :-) ). Auch habe ich viel mehr Kraft bekommen, was mir besonders beim Kisten schleppen von großem Vorteil war. Mein Rücken ist so stabil, dass ich trozt schwerer Arbeit von Rückenschmerzen verschont blieb.

Und eine ganz interessante Feststellung mache ich. Ich habe viel mehr das Bedürfnis mal wieder zu meditieren, als die letzten Jahre.

Früher habe ich ja sehr viel meditiert, da hatte ich noch keine Familie und viel viel Zeit. In den letzten Jahren ist das Bedürfnis zu meditieren geringer geworden, auch weil ich deutlich ausgeglichener bin, als früher. Früher brauchte ich das Meditieren immer um mein nicht immer angenehmes und meist sehr chaotisches Leben etwas gelassener bewältigen zu können.

Heute ist mein Leben ruhiger, viel angenehmer und entspannter und ich brauchte die Innenschau nicht mehr so sehr.

Durch mein tägliches Yoga-Programm bin ich auf einmal wieder sehr neugierig auf Meditationsformen geworden. Bei meiner täglichen Yoga-Praxis sind mir die 5 Yoga-Prinzipien von Swami Vishnudevananda wieder so bewusst geworden ( Richtige Entspannung, Richtige Atmung, Richtige Körperübungen, Positive Gedanken/Meditation und Richtige Ernährung). Die Prinzipien waren, abwechselnd oder zusammen, Teil meines täglichen Übens.  Als ich zum Beispiel diese Schwindel-Anfälle hatte, meditierte ich einfach 15 Minuten und spürte, dass die Meditation mir sehr half wieder stabiler zu werden. In den letzten Wochen begegnen mir dann auch ständig zwei Meditationsformen, mit denen ich mich nun gerne mehr beschäftigen möchte: Vipassana und TM (Transzendentale Meditation). Ich habe mir gleich zwei Bücher gekauft, die ich nun lesen werde. Und dann werde ich mir vornehmen, auch die Meditation wieder mehr in meinen Alltag zu integrieren.

Die Erinnerung an die 5 Yoga-Prinzipien und die Feststellung, dass Yoga nicht nur Körperübungen sind, waren für mich übrigens während meines Yoga-Programms ein absolutes Aha-Erlebnis. Ich spürte, dass ich manchmal totale Lust auf Pranayama hatte, die yogische Atmung, und genoss es einfach 20 Minuten Kapalabhati und Anuloma Viloma zu machen. Oft hatte ich dann einfach kaum mehr Zeit für Asanas (Übungen) oder gerade mal für ein paar Sonnengrüße.

Erst hatte ich ein schlechtes Gewissen, da ich ursprünglich dachte, ich müsste jeden Tag Asanas machen. Dann las ich einen Yogatext, in dem die 5 Yoga-Prinzipien beschrieben waren. Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Klar, Yoga ist nicht nur Asanas, sondern alles andere auch: Entspannung, Atmung, Meditation… Und es geht sogar noch weiter, eine Form des Yogas ist das Jnana Yoga, hier wird die Weiterentwicklung durch das Studieren yogischer Schriften (Bhagavad Gita, die Yoga Sutren von Patanjali, Ramayana, etc.) erreicht. Also auch das Lesen yogischer Schriften ist Yoga!!

Seit mir diese Tatsache bewusst geworden ist, geht es mir noch viel besser mit meinen Yoga-Sessions und ich spüre, wie ich Yoga immer mehr verstehe und verinnerliche. Und mein Vortrag, den ich mal gehalten habe: “Yoga ist mehr als nur OM” bekommt eine ganz neue Bedeutung :-) !

Die nächsten Tage werde ich mal mehr über die Yogaformen und die  Prinzipien schreiben.

Für heute wünsche ich euch nun erst einmal alles Gute und ein schönes Wochenende.

Herzlichst

Eure Sabine

 

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