”Sabine
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Liebe Freunde meines blogs,

heute war mein erster Tag meiner 21-Tage-Herausforderung. Der erste Tag, an dem ich ganz bewusst Achtsamkeit geübt habe. Nach dem 3. Yoga-Kurs heute habe ich mich bei Kerzenschein und Räucherstäbchen in meinen Yoga-Raum verzogen und habe 15 Minuten im Sitzen versucht ganz bewusst meinen Atem zu beobachten. Das klingt eigentlich ja ganz schön einfach… war´s aber ehrlich gesagt nicht. Immer wieder sind meine Gedanken spazieren gegangen, war ich gedanklich schon wieder bei der Zeit nach der Meditation… habe überlegt, was ich im blog schreibe, ob ich noch was esse, wie ich meinen morgigen Tag plane, usw. Immer wieder habe ich die Aufmerksamkeit verloren. Es gab nur wenige Momente, in denen ich wirklich ganz bewusst im Hier und Jetzt war, in denen ich wirklich den Moment wahrgenommen habe, ganz ohne Bewertung. Momente, in denen ich auch meinen Körper, mein Sitzen, meinen Atem und meine Gefühle gespürt habe.

Um mich besser auf den Atem konzentrieren zu können, begann ich den Atem zu zählen: Einatmen 1, 2, 3 , 4, 5 – Ausatmen 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10. Und trotzdem war´s einfach schwer, trotzdem schweiften meine Gedanken immer wieder ab!! Aber genau das ist ja der Grund, warum ich übe :-)

… Und es war ja erst der 1. Tag. Es kann also nur besser werden :-)

Also lasst uns weiter üben!!

Seid achtsam zu euch, zu anderen und zur Welt!!

Bis bald, herzlichst

Eure Sabine

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14. November bis 18. November

 

Liebe blog-Leser,

 

seit bereits 5 Tagen sind wir in Tibet. Momentan sitze ich auf dem Bett in einem fürchterlich schmuddeligen Hotel in Shigatse und lasse mir die Sonne durchs Fenster auf den ausgekühlten Körper scheinen. Ich versuche meine Erlebnisse, Gefühle, Eindrücke der letzten Tage in Gedanken und dann in Worte zu fassen, doch es fällt mir wirklich sehr schwer.

Zum Einstieg kurz auf den Punkt gebracht: Tibet ist genauso faszinierend, wie ich es mir vorgestellt habe, nur noch deutlich härter!!

Die Natur ist einzigartig, die Klöster, Paläste und Tempel sind voller Spiritualität und -zum Teil auch sehr devot- gelebtem Buddhismus, die chinesische Präsenz ist wirklich so gegenwärtig, wie wir das in den Medien erfahren und die Übernachtungsmöglichkeiten sind extrem einfach, so wenig auf Tourismus ausgelegt, dass es schon grenzwertig ist, dafür aber viel zu teuer.

Was uns aber am meisten beschäftigt ist die Höhe und die Kälte. Bevor ich in Lhasa ankam, wusste ich nicht wirklich, was Atemnot ist. Nun weiß ich es. Die erste Nacht konnte ich so gut wie gar nicht schlafen, da ich einfach nicht genug Luft bekam und panisch anfing zu hecheln. Ab dem zweiten Tag begann ich dann täglich Pranayama (Kapalabhati und Anuloma Viloma) durchzuführen und nahm abends ein Globuli Coca, das uns unsere Heilpraktikerin empfohlen hat. Durch das Atemtraining, Coca und viele Yoga-Nidra-Einheiten zum Entspannen wurde es dann langsam besser. Mittlerweile bekomme ich sehr gut Luft und kann auch nachts ohne Globuli schlafen. Was jedoch immer noch unglaublich ist, ist die Reaktion auf ein wenig Belastung, wie Treppensteigen oder Paläste besichtigen. Es ist so verdammt anstrengend und wir schnaufen nach einigen Minuten wie untrainierte, alte Leute. Helmut geht es komischerweise in dieser Hinsicht noch etwas schlechter als mir, obwohl er eine deutlich bessere Kondition hat. Ich führe meine bessere Anpassung auf mein tägliches Yoga, vor allem die täglichen Atemübungen und meine vielen Fasten- und Entschlackungskuren zurück. Es ist schon unglaublich, was diese Höhe (Lhasa liegt auf 3650 m, Shigatse auf 3900 m) mit dem menschlichen Körper macht. In erster Linie entschlackt und entgiftet man nämlich sehr stark, da das Blut basisch wird. Dies führt dann zu diversen Symptomen, wie Kopfschmerz, Schwindel, Schlaflosigkeit, etc. In einem anderen Beitrag werde ich später mal genauere Infos zu den Abläufen im Körper geben und warum Yoga bei Höhenkrankheit Besserung bringen kann.

Ich habe jedenfalls größten Respekt vor Menschen, die hier in Tibet auf dieser Höhe oder noch höher dann auch noch Rad fahren oder klettern!!!

So nun aber zur zweiten Herausforderung, die wir wirklich vollkommen unterschätzt haben: die Kälte. Wir dachten, wenn wir aus Bayern kommen, also Kälte erprobt sind, mit unserer Skiunterwäsche, warmen Klamotten und Schlafsäcken ausgerüstet, dann wird das schon alles passen. Pustekuchen… Als erstes haben wir eine Wärmflasche, ein Thermoskanne und einen Wasserkocher gekauft und werden heute noch eine zweite Wärmflasche kaufen, da mittlerweile abends jeder eine eigene Wärmflasche mit ins Bett nehmen will…

Tagsüber kann es hier in Tibet wirklich total warm werden, in der Sonne fühlt es sich manchmal wie 25 °C an, im Schatten sind es dann aber nur geschätzte 5 ° C und nachts Minusgrade. Die Herausforderung ist, dass kein Hotel, kein Guesthouse und nur wenige Restaurants Heizung haben und die Fenster und Wände sind so schlecht isoliert, dass es extrem kalt reinpfeifft. In den Restaurants findet man dann häufig Heizschwammerl, wie sie bei uns in Biergärten stehen.

Alleine der Flug nach Lhasa, Tibet war ein unglaubliches Erlebnis. Vorbei an 5 8-Tausendern, darunter dem Mount-Everest mit tollem Blick auf die Landschaft Tibets.

Begonnen hat unser Tibet-Abenteuer in Lhasa – Stadt der Göttter, am Fluss Kyi Chu (Glücksfluss) gelegen. Und jeder, der mal den Film „Sieben Jahre Tibet“ gesehen hat, hat bei Lhasa ganz konkrete Bilder im Kopf. Vor allem von dem Potala Palace, dem Winter-Sitz des Dalai Lamas. Und dieser ragt tatsächlich faszinierend über Lhasa. Im Unterschied zum Film sind unterhalb des Palastes zum Teil so richtig hässliche China-Bunker entstanden.

Potala Palace, Wintersitz des Dalai Lama, Lhasa Tibet

 

Den Palast zu besteigen war jedoch eine Tortur… 125 Stufen!!! Noch nicht richtig akklimatisiert kam uns der Aufstieg wie viele 100 m-Läufe vor. Grauenhaft. Manchmal wollte sich mein Kreislauf total verabschieden. Aber irgendwie ging es nach einer kleinen Pause immer wieder. Und trotz aller Strapazen: es hat sich gelohnt!! Der Wintersitz des Dalai Lama. In meiner Phantasie sah ich den Dalai Lama in diesen Räumen wandeln, in den Zimmern meditieren und in der Halle Gäste empfangen. Schade, dass der Geist des Dalai Lama nur in meiner Phantasie diese Räume hier beseelt, in Wirklichkeit aber viele tausende Kilometer entfernt von seiner Heimat

Der mit Abstand spirituellste Ort war für mich der Joghang-Tempel in der wirklich tibetisch ausschauenden Altstadt Lhasas (wurde nach der Zerstörung der Chinesen jedoch komplett neu aufgebaut, aber im alten Stil). Die Altstadt wirkt zwar sehr duster und riecht überall nach ranzigen Butterkerzen, wird jedoch lebendig durch die unglaublich vielen Pilgern, die den Joghang-Tempel (Inner Circle) im Uhrzeigersinn umrunden, als Zeichen ihres Glaubens. Manche tun dies sogar, indem sie sich immer wieder lang auf den Boden werfen und dann eine Körperlänge weitergehen. Überall hörte man das Tibetische-Ur-Mantra „OM MANI PADME HUM“. Jeder murmelte es vor sich hin. In Tibet können die Babys bereits dieses Mantra, bevor sie das erste Wort sprechen können.

Jokhang Tempel, Lhasa Tibet

Pilger aus ganz Tibet mit ihren Gebetsmühlen im Inner-Circle, dem Pilgerweg um den Jokhang-Tempel

 

 

Stark beeindrucken uns immer wieder die Gesichter der Tibeter… die Haut faltig, von der Sonne gegerbt und in verschiedenen traditionellen Kleidern. Jedem einzelnen sieht man sein sehr hartes Leben hier am Dach der Welt an.

 

Mich inspiriert die Spiritualität der Tibeter sehr. Ich habe noch nie so viele verschiedene Buddhas und Boddhisatvas und andere Heilige gesehen, wie hier bei den Besichtigungen. Und ich spüre überall diesen sehr friedlichen und reinen Glauben des Buddhismus.

Ich spüre, dass ich immer mehr das Bedürfnis bekomme zu meditieren und mich in diese hohe Energie der Pilger einzuklinken.

Gerade habe ich begonnen ein wunderbares Buch zu lesen, was mich einer Form der buddhistischen Meditation näher bringen soll: „Die Praxis der Achtsamkeit – Eine Einführung in die Vipassana-Meditation“, geschrieben von Mahathera Henelpola Gunaratana.

Das Buch ist wirklich unglaublich interessant und informativ und ich möchte gerne einige Auszüge mit euch teilen:

„Es gibt eine enorme Zahl verschiedener Richtungen innerhalb des Buddhismus. Aber sie teilen sich in zwei breite Gedankenströme – Mahayana und Theravada. Der Mahayana-Buddhismus ist vorherrschend in Ostasien, prägt die Kulturen Chinas, Koreas, Japans, Nepals, Tibets und Vietnams. Das am weitesten bekannte Mahayana-System ist ZEN. […] Das Theravada-System ist weit verbreitet in den süd- und südostasiatischen Ländern Sri Lanka, Thailand, Burma, Laos und Kambodscha.

Der Buddhismus widmet sich zwei bedeutenden Typen von Meditation. […] Im Pali, der Originalsprache der Theravada-Schriften, werden sie Vipassana und Samatha genannt. Vipassana kann als „Einsicht“ übersetzt werden, eine klare Bewusstheit davon, was im Augenblick vor sich geht, während es geschieht. Samatha kann übersetzt werden als „Konzentration“ oder „Ruhe“. Es ist ein Zustand, in dem der Geist zum Stillstand gebracht, nur auf einen Gegenstand gerichtet wird und nicht umherwandeln darf. Wenn man dies erreicht hat, durchdringt eine tiefe Ruhe Körper und Geist, ein Zustand von Gelassenheit, den man erfahren muss, um ihn verstehen zu können. Die meisten Meditationssysteme betonen die Samatha-Komponente. Der Meditierende konzentriert seinen Geist auf Objekte, wie ein Gebet (Mantra), eine bestimmte Art von Kästchen, Gesang, eine Kerzenflamme, ein religiöses Bild oder was auch immer, schließt alle anderen Gedanken und Wahrnehmungen aus seinem Bewusstsein aus. (Anmerkung der Verfasserin: Diese Methode ist gerade für uns „Westler“ nur mit großer Übung und viel Geduld zu praktizieren). […]

Die Vipassana-Meditation spricht die andere Komponente an: die Einsicht. In der Vipassana-Praxis benutzt der Meditierende seine Konzentration als Werkzeug, mi dem seine Bewusstheit die Wand der Illusion niederreißen kann, die ihn vom lebendigen Licht der Realität abschneidet. […]

Dieses Buch ist eine Einführung zur Erlangung von Achtsamkeit durch reine Aufmerksamkeit auf den ganzen Atmungsprozess und durch dessen klares Verstehen. Während der Meditierende den Atem als primären Brennpunkt der Aufmerksamkeit benutzt, wird er zum teilnehmenden Beobachter des gesamten Universums seiner eigenen Wahrnehmung. Er lernt Veränderungen zu beobachten, die sich in allen physischen Erfahrungen ereignen, in Gefühlen und in Wahrnehmungen. Er lernt seine eigenen geistigen Aktivitäten zu erkunden und die Schwankungen im Charakter des Bewusstseins selbst. […]

Der Dhammapada ist ein alter buddhistischer Text, der Freud Tausende von Jahren vorausging. Er sagt: „Was du bist, ist das Resultat von dem, was du warst. Was du morgen sein wirst, wird das Ergebnis dessen sein, was du jetzt bist. Die Konsequenzen eines bösen Geistes werden dir folgen, wie der Wagen dem Ochsen folgt, der ihn zieht.“

Meditation zielt darauf, den Geist zu läutern. Sie reinigt den Gedankenprozess von dem, was man „psychische Irritationen“ nennen kann, Dinge wie Gier, Hass und Eifersucht, Dinge, die Sie in emotionale Knechtschaft verwickelt halten. Sie bringt den Geist in ein Stadium von Ruhe und Bewusstheit, ein Stadium von Konzentration und Einsicht. […]

Ihr Geist wird still und ruhig. Und ihr Leben glättet sich. So bereitet Meditation – richtig ausgeführt – Sie darauf vor, dem Auf und Ab des Lebens zu begegnen. Sie reduziert Ihre Anspannung, Ihre Angst und Ihre Besorgnis. Unruhe verschwindet und Leidenschaft mäßigt sich. Die Dinge fangen an sich zu ordnen und Ihr Leben wird ein Gleiten statt eines Kampfes. […]

Ein erfahrener Meditierender hat ein tiefes Verständnis für das Leben gewonnen, und folglich begegnet er der Welt mit tiefer und unvoreingenommener Liebe.

Auszug aus: „Die Praxis der Achtsamkeit – eine Einführung in die Vipassana-Mediation“

Ein sehr spannendes Thema. Dann werde ich mich in den nächsten Tagen/Wochen mal regelmäßig hinsetzten und Meditation üben… Und wo könnte ich besser beginnen als in Tibet – dem Dach der Welt.

 

Herzlichst

Eure Sabine

 

 

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Liebe blog-Leser,

 

das ist wirklich interessant, kaum habe ich meine Erkenntnisse über “Yoga ist mehr als nur OM” niedergeschrieben, finde ich im letzten Yoga-Vidya-Newsletter einen Bericht über Yoga im Herbst und welche anderen Yoga-Wege es noch gibt. Gerne möchte ich mit euch diesen Link teilen:

http://www.yoga-vidya.de/de/service/blog/2010/11/25/yoga-im-herbst-alltags-und-andere-yoga-wege/

 

Ich habe in den letzten Tagen viel über mein Bedürfnis mehr nach Innen zu gehen, mehr zu meditieren nachgedacht. Und mir wird immer klarer, dass dieses Bedürfnis ganz logisch ist und sicherlich bei vielen Menschen momentan stärker ausgeprägt ist.

Betrachten wir doch die Natur: die Blätter färben sich rot und gelb, die Pflanzen ziehen Ihre Säfte zurück in die Wurzeln, die Bäume in den Stamm. Dann werden die Blätter abgeworfen, die Natur trennt sich von momentan nicht notwendigem Balast und geht nach Innen.

Und genauso geht es doch auch uns Menschen. Das Bedürfnis nach Ruhe und Entschleunigung wird stärker. Seit dem 24. Oktober beeinflusst unser ganzes Tun das Sternzeichen Skorpion. Und der Skorpion fordert Wandlung, Veränderung, Transformation, Tiefe statt Oberflächlickeit, vom Außen nach Innen, Loslassen, Umbruch, Erneuerung. Wenn wir diese Prinzipien nicht in unser Leben integrieren, kann der Skorpion sehr massiv werden und uns mit Macht zu diesen Themen hinführen…

Daher sollten wir dem Bedürfnis nach mehr Ruhe und Innenschau Raum geben. Nehmt euch die Zeit und setzt euch mal wieder mit einem guten Buch auf euren Lieblingsplatz vor den Kamin, oder genießt es, gemütlich, in eine Decke gekuschelt auf dem Sofa zu liegen und den wärmenden Tee zu schlürfen oder setzt euch einfach mal bequem hin, schließt die Augen und werdet für ca. 20 Minuten ganz still.

Wenn Gedanken kommen, nehmt das einfach wahr, gebt ihnen aber keine Aufmerksamkeit sondern lasst sie wieder davonziehen. Eine große Hilfe still zu werden ist es, die ganze Aufmerksamkeit auf den tiefen Atem zu lenken. Das ganz bewusste und tiefe Ein- und Ausatmen einfach beobachten.

Und es ist wunderbar einfach mal still zu werden, die innere Stimme wieder bewusst wahrzunehmen, dem eigenen Selbst wieder näher zu kommen und dadurch die innere Kraft wieder zu spüren.

Und dann können wir spüren, dass der Herbst nicht nur grau, neblig, trüb und kalt ist, sondern mit ganz besonderen Geschenken auf uns wartet :-)

Genießt es!!

Herzliche Grüße

Sabine

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… eine alte chinesische Weisheit, die Lothar Seiwert mal zu einem Buchtitel gemacht hat, um den Lesern den Vorteil der Entschleunigung und des Zeitmanagements näher zu bringen…

 

Liebe blog-Leser,

da bin ich wieder!!! Nach 43 Tagen Abwesenheit durch Umzug, Einzug, Abbauen, Putzen, Aufbauen, Umbauen, Einbauen, Ankommen, Kisten auspacken, neue Räume finden, Nägel in die Wände hauen, Handwerker betreuen und natürlich der täglichen Arbeit, nehme ich mir ENDLICH wieder die Zeit diesen blog weiterzuführen. So langsam beginne ich mich wirklich heimisch zu fühlen und komme an. Und damit habe ich endlich wieder die Muse nachzudenken und zu schreiben.

Es war extremst stressig die letzten Wochen und ich bin häufig an meine körperliche und energetische Grenze gestoßen. Es ist schon verrückt, was solch ein Umzug mit einem macht. Obwohl ich doch genau weiß (und das auch immer lehre…) wie wichtig Pausen sind, wie notwendig Entschleunigung ist, habe ich mich auch oft nicht daran gehalten. Mein “Leistungsdenken” und vor allem mein “Perfektionsanspruch”  und mein “innerer Kritiker” haben es mir oft nicht “erlaubt” mal 3 gerade sein zu lassen und einfach mal eine Pause zu machen. Ich war wie ferngesteuert… bis ich dann eines Nachmittags vor lauter Schwindel und Übelkeit nicht mehr stehen konnte… Dann erst begann ich nachzudenken. Und natürlich fiel mir dann genau dieser Satz: “Wenn du es eilig hast, gehe langsam” mehrmals, von ganz unterschiedlichen Seiten zu.

Warum begreifen wir das aber immer erst, wenn wir einen Schuss vor den Bug erhalten haben?

 

Dabei ist das Entschleunigen so wirkungsvoll. Und ich merke ja selbst, wie gut es mir tut, wenn ich in meinem (auch etwas selbstgemachtem) Stress  mal auf die Bremse trete und statt noch schneller und hektischer einfach mal langsamer werde. Alles geht viel einfacher, viel gelassener, viel freudvoller…

Dabei müsste ich es doch eigentlich wissen, das ist genau die Qualität, die wir in Indien so lieben. Shanti shanti – das bedeutet nicht nur Frieden, sondern auch “langsam, langsam, nur die Ruhe”. Kein Inder würde unsere Hektik verstehen, oder gar übernehmen. Das durfte ich die letzten Tage wieder erleben, bei der Visastelle hier in München… Und irgendwie ist durch diese Einstellung in Indien alles viel leichter. Dort warten wir halt mal 2 Stunden auf den Zug, auf den Fahrer und bleiben ruhig und gelassen – und nicht nur, weil wir im Urlaub sind, sondern weil hier die Uhren einfach anders ticken. Warum können wir nicht ein klein wenig übernehmen von dieser indischen Gelassenheit? Warum müssen wir immer noch mehr powern, noch schneller noch druckvoller arbeiten? Leben wir nicht alle etwas wie der Hamster im Hamsterrad, der immer nur rennt und rennt…

Nun ja, ich werde es mir immer wieder zu Herzen nehmen und öfter in mich hineinspüren, ob ich eine Pause oder Entspannung brauche und dann werde ich Entschleunigen!!!

Sicherlich wäre ich während dieser stressigen Zeit komplett zusammengeklappt, hätte ich nicht mein tägliches Yoga.

Ich bin stolz auf mich, ich habe 71 Tage am Stück täglich Yoga gemacht, ohne bisher einen Joker einzusetzen. Mittlerweile gehört Yoga so zu meinem Alltag, wie Essen und Trinken, es ist toll.

Ich spüre sehr viel Veränderung, seitens meiner Beweglichkeit, die deutlich besser geworden ist (mittlerweile komme ich sogar wieder in den  Spagat… :-) ). Auch habe ich viel mehr Kraft bekommen, was mir besonders beim Kisten schleppen von großem Vorteil war. Mein Rücken ist so stabil, dass ich trozt schwerer Arbeit von Rückenschmerzen verschont blieb.

Und eine ganz interessante Feststellung mache ich. Ich habe viel mehr das Bedürfnis mal wieder zu meditieren, als die letzten Jahre.

Früher habe ich ja sehr viel meditiert, da hatte ich noch keine Familie und viel viel Zeit. In den letzten Jahren ist das Bedürfnis zu meditieren geringer geworden, auch weil ich deutlich ausgeglichener bin, als früher. Früher brauchte ich das Meditieren immer um mein nicht immer angenehmes und meist sehr chaotisches Leben etwas gelassener bewältigen zu können.

Heute ist mein Leben ruhiger, viel angenehmer und entspannter und ich brauchte die Innenschau nicht mehr so sehr.

Durch mein tägliches Yoga-Programm bin ich auf einmal wieder sehr neugierig auf Meditationsformen geworden. Bei meiner täglichen Yoga-Praxis sind mir die 5 Yoga-Prinzipien von Swami Vishnudevananda wieder so bewusst geworden ( Richtige Entspannung, Richtige Atmung, Richtige Körperübungen, Positive Gedanken/Meditation und Richtige Ernährung). Die Prinzipien waren, abwechselnd oder zusammen, Teil meines täglichen Übens.  Als ich zum Beispiel diese Schwindel-Anfälle hatte, meditierte ich einfach 15 Minuten und spürte, dass die Meditation mir sehr half wieder stabiler zu werden. In den letzten Wochen begegnen mir dann auch ständig zwei Meditationsformen, mit denen ich mich nun gerne mehr beschäftigen möchte: Vipassana und TM (Transzendentale Meditation). Ich habe mir gleich zwei Bücher gekauft, die ich nun lesen werde. Und dann werde ich mir vornehmen, auch die Meditation wieder mehr in meinen Alltag zu integrieren.

Die Erinnerung an die 5 Yoga-Prinzipien und die Feststellung, dass Yoga nicht nur Körperübungen sind, waren für mich übrigens während meines Yoga-Programms ein absolutes Aha-Erlebnis. Ich spürte, dass ich manchmal totale Lust auf Pranayama hatte, die yogische Atmung, und genoss es einfach 20 Minuten Kapalabhati und Anuloma Viloma zu machen. Oft hatte ich dann einfach kaum mehr Zeit für Asanas (Übungen) oder gerade mal für ein paar Sonnengrüße.

Erst hatte ich ein schlechtes Gewissen, da ich ursprünglich dachte, ich müsste jeden Tag Asanas machen. Dann las ich einen Yogatext, in dem die 5 Yoga-Prinzipien beschrieben waren. Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Klar, Yoga ist nicht nur Asanas, sondern alles andere auch: Entspannung, Atmung, Meditation… Und es geht sogar noch weiter, eine Form des Yogas ist das Jnana Yoga, hier wird die Weiterentwicklung durch das Studieren yogischer Schriften (Bhagavad Gita, die Yoga Sutren von Patanjali, Ramayana, etc.) erreicht. Also auch das Lesen yogischer Schriften ist Yoga!!

Seit mir diese Tatsache bewusst geworden ist, geht es mir noch viel besser mit meinen Yoga-Sessions und ich spüre, wie ich Yoga immer mehr verstehe und verinnerliche. Und mein Vortrag, den ich mal gehalten habe: “Yoga ist mehr als nur OM” bekommt eine ganz neue Bedeutung :-) !

Die nächsten Tage werde ich mal mehr über die Yogaformen und die  Prinzipien schreiben.

Für heute wünsche ich euch nun erst einmal alles Gute und ein schönes Wochenende.

Herzlichst

Eure Sabine

 

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